Altfasnachter - Spaß und Verpflichtung

Marktoberdorf | az | Die drei Bühnenältesten der Oberdorfer Fasnachtsabende Hansjörg Kögel, Wolfgang Bolz und Eugen Kögel sitzen im Modeon. Eben ist die Sprecherprobe zu Ende, die meisten gehen heim. Ein paar bleiben noch und beschließen, den Abend gemeinsam im Restaurant ausklingen zu lassen. Auch hier dreht sich alles um die bevorstehenden Fasnachtsabende, die 1968 - also vor 40 Jahren - ihre offizielle Premiere feierten. Obgleich sie schon 1966 formlos ins Leben gerufen worden waren. Gemeinsam wird noch an der Eingangsnummer gebastelt, es wird geblödelt und gelacht. 'Das ist fast das Schönste an der Fasnacht: die Vorbereitung', lacht Hansjörg Kögel. Seit 30 Jahren steht er jedes Mal wieder auf der Bühne.

Angefangen hat er in der Skiclub-Kindergruppe. Eine Art Tanz war der erste Auftritt, damals noch im alten Stadttheater. Später war er bei den legendären 'Globetrotters' dabei. Sie waren spezialisiert auf Playbackshows und Parodien. In den 1980er Jahren zählten sie bis zu 16 Mitwirkende. Ihre Auftritte waren so beliebt, dass sie sogar außerhalb der Faschingszeiten für Firmenfeste und Feiern gebucht wurden.

Unumstrittener Höhepunkt seiner Sangeskarriere aber war seine Arie aus Verdis 'Nabucco' 1984 im neu eröffneten Modeon, in der er Marktoberdorf besingt: 'Teure Heimat, ich kenn dich nicht wieder'. Seit vielen Jahren ist er nun dem Publikum als 'Kneischterer', 'Altfasnachter' und natürlich als 'Greinwald-Dame' bekannt.

Auftritt mit der Grande Dame als schöne Erinnerung

Ebenso wie sein Cousin Eugen Kögel: seine Fasnachterkarriere begann sogar noch früher, dafür pausierte er zwischendurch. Sein ganz besonderer Höhepunkt war sein Auftritt mit Anneliese Steinhauser. Sie war die Grande Dame der ersten Stunde der Fasnachtsabende und sie erwählte ihn und seinen Cousin Wolfgang Kögel, mit ihr aufzutreten. 'Das war damals schon was ganz Tolles: mit einer 'Großen' auf der Bühne zu stehen und das Publikum zum Lachen zu bringen.' Das mache es auch heute noch aus, 'Gaudi machen für uns und für die anderen', erklärt er.

Auch Wolfgang Bolz kam schon 1978 zur Fasnacht. Und das, obwohl er ein Riederer ist, wie er betont. Er pausierte nur, als er seine Meisterprüfung absolvieren musste. 'Es ist schon eine intensive Zeit, die Fasnacht. In den Wochen vorher heißt es nur noch schlafen, arbeiten, Fasnacht. Aber so muss es sein' resümiert Bolz. Sein persönlicher Fasnachtshöhepunkt war sein Auftritt als Bauchtänzerin vor rund zehn Jahren. 'Ich fühlte mich auf der Bühne einfach nur noch hemmungslos…', lacht er. Die drei kommen nun ins Schwärmen und Erzählen von Sketchen, vom Feiern vor und hinter der Bühne, von Ehemaligen und besonderen Abenden.

'Der Fasnachtsabend hat sich aber schon gewandelt', stellt Hansjörg Kögel fest. 'Vor 20 Jahren lagen wir mit Parodien von Stars noch genau richtig, heute wäre das zu langweilig. Die Show hat heute mehr Tempo, ist irgendwie auch schnelllebiger.' 'Der Anspruch ist gewachsen', wirft Bolz ein. Heute arbeiten zehn Leute hinter der Bühne für einen reibungslosen Ablauf, ein perfektes Bühnenbild, besten Sound und optimale Lichttechnik. Insgesamt sind es dieses Jahr 141 Mitwirkende, so viele wie noch nie.

Ungebrochen ist die Begeisterung der drei für die Fasnacht. Sie sehen sich als Teil des Gesamten und als Bühnenälteste auch dazu verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb kümmern sie sich um die Gesamtorganisation, behalten den Überblick über die Mitwirkenden und stehen gerade auch den Neuen zur Seite.

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