Scheidegg / Stiefenhofen
Alte Fichten müssen weichen

«Im Jahr der Artenvielfalt leistet die BN-Kreisgruppe Lindau schon zu Beginn einen Beitrag dafür», findet Kreisvorsitzender Erich Jörg. Denn der Bund Naturschutz ist derzeit in zwei Gebieten im Westallgäu tätig, um diese ökologisch aufzuwerten. Sie gehören dem BN. Im Rohrach bei Scheidegg und im Genhofener Moor bei Stiefenhofen werden Fichten gefällt und entnommen, um der Natur- und Waldverjüngung eine Chance zu geben.

Der Bund Naturschutz besitzt im Landkreis Lindau etwa 20 Hektar «ökologisch wertvolle Flächen», wie es Jörg formuliert. Das entspricht etwa 30 Fußballfeldern. Das größte Grundstück befindet sich bei Scheidegg: im Rohrach, unterhalb der Alpenstraße (B308) in Richtung Rickenbach. Dort werden derzeit in einem größeren Umfang Fichten entnommen. «Grob geschätzt etwa 30 Bäume», sagt Isolde Miller vom BN. Die Naturschützer erhoffen sich durch die Auslichtung, dass Buche, Weißtanne und Ahorn aufkommen und für eine bessere Stabilität der erosionsgefährdeten Schluchtenkante sorgen. Denn die Fichte mit ihren flachen Wurzeln wäre dazu allein nicht in der Lage - bei einem starken Sturm drohen die Bäume umzuknicken und viel Erdreich aus dem Hang nach unten zu reißen. Deshalb werden die Bäume nun gefällt.

Um möglichst schonend vorzugehen, setzt das Forstunternehmen eine 150 Meter lange Seilbringung ein. Die Maßnahme, die laut Jörg mit den Forst- und Naturschutzbehörden abgesprochen ist, wird vom Amt für Landwirtschaft und Forsten bezuschusst. Über die Höhe der für den BN anfallenden Kosten konnte Miller allerdings keine Angabe machen.

Etwas einfacher gestaltet sich die zweite forstliche Maßnahme, die im Genhofener Moor bei Stiefenhofen durchgeführt wird. Dort besitzt der BN eine fast ein Hektar große Streuwiese, in deren Randzonen ebenfalls eine größere Anzahl von zumeist älteren Fichten gefällt werden müssen. Dadurch erhoffen sich die Naturschützer, dass die Streuwiese mehr Licht und Raum bekommt. Außerdem soll die für ein Moor eigentlich untypische Fichte zurückgedrängt werden.

Die Folge sei «eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren, die auf Streuwiesen ausgerichtet sind», so Jörg. Die Arbeiten finden nur bei Frost statt, um die Bodendecke zu schonen.

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