Heimenkirch
Als Opa und Enkel beim Graben halfen

Einige Anekdoten aus der 100-jährigen Geschichte konnte Verbandsrat Helmut Forster im Rahmen der Feierlichkeiten der Wassserversorgung Heimenkirch-Opfenbach (WHO) erzählen. So waren nicht alle Bürger mit dem Bau der Wasserversorgung und dem Umlegen der Restkosten an die Hausbesitzer einverstanden, wie einem Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 23. Februar 1912 zu entnehmen war. Der Besitzer des Tonziegelwerks in Biesenberg, Salomon Karg, weigerte sich beispielsweise, für die zu seinem Grundstück verlegte Wasserleitung und zwei Hydranten 1023 Mark zu zahlen. Er habe den Anschluss überhaupt nicht beantragt, so die Begründung. Also wurde die Königlich Bayerische Gerichtsbarkeit angerufen. Das Bezirksgericht sah sich allerdings nicht zuständig und gab die Angelegenheit an den Verwaltungsgerichtshof weiter. Der wiederum reichte das Ganze an das Bezirksgericht zurück. Ob Salomon Karg schließlich zahlen musste, ging aus dem Zeitungsbericht nicht hervor.

Etliche Mengen Most

Auch der 1949 vorgenommene Anschluss der Opfenbacher Filialen Bleichen, Mywiler, Litzis und Heimen trieb einige Blüten. Weil das Geld der Anschließer knapp war, durften sie die Anschlussgebühren durch Graben der Leitungsgräben abarbeiten. Anfangs wurde ein Stundenlohn vereinbart. Was dazu führte, dass vom Kind bis zum Opa alles zum Graben geschickt wurde. Die WHO stellte schleunigst auf Abrechnung nach Leitung um. Die Leistungen wurden um ein Mehrfaches besser, so Forster. Nicht nur dadurch, dass ein paar ganz Geschickte die Messlatte etwas kürzten

Noch heute bei einigen in Erinnerung sei das Abschlussfest zum Ende der Arbeiten, wo größere Mengen Most und Schnaps etliche Konsumenten gleich für mehrere Tage außer Gefecht setzten.

Kühe verweigern Wasser

Sehr schön auch die Anekdote über einen Landwirt, der 20 Jahre standhaft einen Anschluss an die WHO verweigert hatte und eines Tages im Büro des Technischen Betriebsleiters stand und angeschlossen werden wollte. Auf die Frage von Markus Grotz nach dem Warum entgegnete der Bauer: «Weild Küeh mei Wasser numa saufet.»

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