Berufsoffensive
Als Hotelchefin Promis treffen

«Ich könnte mir vorstellen, Hotelmanagerin zu werden», bekennt Kathrin. Die 14-Jährige geht in die Klasse 8 d der Marien-Realschule in Kaufbeuren und nimmt gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen an der Allgäuer Berufsoffensive unserer Zeitung teil. Warum sie sich gerade für diesen Beruf interessiert? «Weil man da Promis und andere interessante Gäste empfangen kann», erklärt sie. Auch beim Planspiel hat es ihr gefallen, in die Rolle der Hotelchefin zu schlüpfen. «Das hat einfach Spaß gemacht», bestätigt Kathrin.

Auch Stefanie (14) reizt das Hotelgewerbe. «Ich will lieber viel mit Menschen zu tun haben, als nur im Büro zu hocken», erklärt sie. Sie könnte sich auch vorstellen, ein Praktikum in einem Hotel zu machen. Die oft langen Arbeitszeiten, teilweise auch am Wochenende, schrecken sie nicht ab: «Ich würde das trotzdem machen», beteuert die 14-Jährige.

Daniela (14) nennt einen handfesten Grund, warum sie sich für den Bereich Hotellerie und Gastronomie weniger begeistert: «Man muss so viele verschiedene Sprachen können. Das schreckt mich eher ab», meint sie. Obwohl sie sich nicht wirklich für dieses Gewerbe begeistern kann, macht ihr das Planspiel trotzdem Spaß: «Es ist einfach lustig, die Antworten zu finden», meint Daniela.

Dabei geht es nicht nur darum, dass die Realschüler ihren Spaß haben. «Wir sehen es als echte Berufsvorbereitung», betont Schulleiter Rudolf Wisbauer. Wer sich für eine Anstellung im Hotel- und Gaststättengewerbe interessiere, könne sich mit dem Planspiel beispielsweise Fragen überlegen, die er bei einem späteren Praktikum stellen könnte. Dem Spiel ist außerdem eine Broschüre beigelegt, die die Schüler unter anderem darüber informiert, welche Anforderungen in welchem Beruf gestellt werden. «Die können sich die Schüler zu Hause durchlesen», stellt sich Wisbauer vor.

Dass die Berufsoffensive auf die achten Klassen angelegt ist, hält der Schulleiter speziell an Realschulen für ideal: «In der neunten Klasse steht bei uns immer die Berufsfindung an», erläutert er. Die Schüler üben, Bewerbungen zu schreiben oder machen ein Betriebspraktikum. Die jetzige Berufsoffensive sei dafür eine gute Vorbereitung: «So wissen viele schon vorher, ob der Bereich Hotel und Gastronomie etwas für sie wäre», erklärt Wisbauer.

Dreimal haben die Schülerinnen das Planspiel jeweils in Doppelstunden schon durchgeackert, berichtet Lehrerin Barbara Wirth, die die Klasse 8 d bei der Berufsoffensive betreut. Dass gerade dieser Bereich vorgestellt wird, hält Wirth für sinnvoll: «Es herrschen viele Vorurteile gegenüber diesen Berufen», hat sie festgestellt. Es heiße zum Beispiel oft, ein Koch habe unmögliche Arbeitszeiten.

Mit der Berufsoffensive könnten die Schüler auch die positiven Seiten erfahren und so gängige Vorurteile abgebaut werden.

Über das Planspiel hinaus hat die Klasse vor, zu Beginn des neuen Jahres das König-Ludwig-Hotel in Schwangau zu besuchen. «Der Eindruck vor Ort ist natürlich auch wichtig», so Wisbauer. Dann wird sich auch herausstellen, ob Kathrin immer noch Hotelmanagerin werden will.

www.berufsoffensive.de

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