Tourismus
Als eine Übernachtung noch 6,50 Mark kostete

Der Tourismus ist in Maierhöfen eine feste Größe. Über 100000 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt. Das war nicht immer so. Vor exakt 50 Jahren gründete sich ein Fremdenverkehrsverein, der sich seit einigen Jahren Tourismusverein nennt. Grund genug für die Mitglieder, auf die Entwicklung zu blicken und zu feiern. Dies geschah im Rahmen der Generalversammlung im Gasthaus «Sontheim».

50 Jahre Tourismusverein sollten gefeiert werden - doch Gründungsmitglied Gebhard Greiter wusste zu berichten, dass 2010 ein weiteres Jubiläum ansteht. Im August 1935, also vor 75 Jahren, kamen die ersten Urlauber nach Maierhöfen. Ganze 2,50 Reichsmark waren damals für eine Übernachtung zu bezahlen. Schon damals warb ein Prospekt für die Gemeinde. Die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Argentalbrücke war darauf ebenso zu sehen wie der Eistobel. Er lockte denn auch viele Urlauber zum Wandern.

88 Mal zu Gast

Greiter hatte auch notiert, dass der häufigste Gast seither 88 Mal in Maierhöfen Urlaub machte und der längste Aufenthalt eines Urlaubers 285 Tage dauerte.

Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren waren es 18 Maierhöfener, die einen Verein zur «Pflege und Förderung des Fremdenverkehrs und zur Herstellung und Pflege von Anlagen, die der Verschönerung des Ortes dienen» gründeten. Nur knapp 50 Zimmer für Urlauber gab es damals in Maierhöfen. Und es kam schon vor, dass der Weg dorthin durch das Schlafzimmer der Vermieter führte, wie die jetzige Vorsitzende des Vereins, Irmgard Rudhart, berichtete. 6,50 Mark kostete 1960 eine Übernachtung samt Frühstück. Und den Familienanschluss gab es für die Gäste nicht selten dazu.

Eine rasante Entwicklung nahm der Tourismus in der Argentalgemeinde, als 1970 das Ferienzentrum eröffnet und in den Jahren 1975 bis 1977 die Iberghalle gebaut wurde. In den Folgejahren fanden jährlich bis zu acht Heimatabende statt, zu denen bis zu 550 Besucher kamen.

Inzwischen wuchs auch die Erkenntnis, dass sich Urlauber nicht gern als Fremde fühlen oder sich so nennen lassen wollen. Folglich nannte sich der Fremdenverkehrsverein in Touristenverein um. 1974 erfolgte die Vergabe des Prädikats eines «staatlich anerkannten Erholungsorts».

Eine der Hauptaufgaben des Vereins war viele Jahre die Erstellung eines Prospektes und des Vermieterverzeichnisses. Ende der 1970er Jahre war es dann die Gemeinde, die ein eigenes Gästeamt einrichtete und Aufgaben übernahm. Inzwischen gibt es den gemeinsamen Prospekt der Westallgäuer Gemeinden.

So konzentriert sich der inzwischen 27 Mitglieder zählende Verein auf Aktionen wie den Weihnachtsmarkt oder, wie im vergangenen Jahr, einen Kabarettabend mit «Broadway Joe». Die Einnahmen fließen an die Gemeinde und helfen mit, die Kosten für den Tourismussektor zu decken. So konnte Irmgard Rudhart bei der Versammlung einen Scheck in Höhe von 2500 Euro an Bürgermeister Martin Schwarz übergeben. Das Geld soll für die Anschaffung neuer Ortseingangsschilder genutzt werden.

Prädikat Luftkurort angestrebt

Der Verzicht auf Massentourismus und das Bewusstsein für die Schönheit der Gegend sei wichtig. Dies wolle die Gemeinde weiterhin unterstützen und strebe eine Anerkennung als Luftkurort an, sagte Schwarz.

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