Kaufbeuren
Alpenverein packt die Rucksäcke

Es ist kein Jahr her, als noch die unansehnlichen Faultürme der stillgelegten Biostabanlage in den Himmel des Kaufbeurer Nordens ragten. Heute ist das Bauwerk im Wertachpark nicht mehr wiederzuerkennen. Die groben Arbeiten am neuen Kletterzentrum der Alpenvereinssektion Kaufbeuren-Gablonz nähern sich ihrem Ende. Ende dieser Woche wird dort die Geschäftsstelle eingerichtet. Der Umzug geht am Freitag und Samstag über die Bühne. «Das wird mit zwei Transporten erledigt sein», so der Sektionsvorsitzende Ralf Trinkwalder. Dabei geht es vor allem um den Bestand der Bücherei, Leihausrüstung und die Verwaltung. Das Inventar des Gruppenraums der ehemaligen Sektion Gablonz (mit der bekanntlich die Sektion Kaufbeuren fusionierte) wird nach und nach verlagert. Von Anfang Februar an wird die neue Geschäftsstelle des mittlerweile größten Vereins in Kaufbeuren und Umgebung an vier Tagen in der Woche geöffnet sein.

Die mehr als 200 ehrenamtlichen Helfer, Bauleiter Walter Kolb und die Vereinsspitze mit Ralf Trinkwalder und Ulrich Beer ziehen zufrieden Zwischenbilanz: Die Sektion sei mit dem Bau voll im Zeitplan, die bereits fertige Außenkletteranlage mit ihren derzeit 90 Routen erfülle alle Erwartungen, so Trinkwalder. Und die offizielle Eröffnung des Kletterzentrums Mitte März mit der prominenten Höhenbergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner als Gast steht schon fest im Kalender.

Dieser Tage sind die Helfer aber noch schwer mit der Inneneinrichtung beschäftigt. Bis Ende der Woche sollen die Sanitärräume zur Verfügung stehen. Zudem dürfen sich die Besucher der Kletteranlage und der Geschäftsstelle künftig in einem Bistro versorgen. «Essen und Getränke können auch selbst mitgebracht oder an Automaten gekauft werden», so Trinkwalder.

Spirituosen sind jedoch auf dem gesamten Gelände tabu; zudem gilt Rauchverbot.

Während der Mehrzweckraum in einem der ehemaligen Faultürme so gut wie fertig ist, wird an der Boulderanlage im anderen Turm noch einige Wochen gearbeitet. Dabei handelt es sich um Klettermöglichkeiten in Absprunghöhe. Die überdachte Trainingsmöglichkeit wird künftig auf zwei Ebenen mit 270 Quadratmetern Wandfläche angeboten. Einzigartig in der weiteren Region wird die sogenannte Speedkletterwand (speed steht für schnell) sein, die ebenfalls in den nächsten Wochen aufgestellt wird. Diese zehn Meter hohe Wand hängt um fünf Grad über. An zwei parallelen Bahnen werden identische Wettkampfrouten eingerichtet, die genormten Routen bei internationalen Wettkämpfen entsprechen. Eine Zeitmessanlage ermöglicht somit den Vergleich mit allen anderen bei Speedwettkämpfen gemessenen Zeiten weltweit.

In Kürze möchte die Vereinsspitze Vertreter der Schulen außerdem zu einem Informationsabend einladen, bei dem es um Klettern als Schulsport geht.

Nun hofft der Verein, dass sich auch die Außenanlagen entwickeln. Wie berichtet, soll der Wertachpark unter Federführung der Stadt zu einer Freizeiteinrichtung mit zahlreichen Angeboten werden. «Die Fußwege haben sich als Anziehungspunkte für Spaziergänger bereits etabliert», so Trinkwalder. Motorisierte Besucher müssen ihre Autos übrigens auf der anderen Seite der Buronstraße auf einem neu gebauten Parkplatz abstellen. Der Weg zum Wertachpark führt durch eine abends beleuchtete Unterführung.

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