Allgäu um 27 Löcher reicher

Von Jürgen Stöcker Oberallgäu Der schon legendäre ehemalige ZDF-Sportreporter und Fernseh-Moderator Harry Valérien, selbst mit seinen 80 Jahren noch topfit, sprühte nur so vor Begeisterung: Das Allgäu ist jetzt wahrhaftig ein Golfer-Paradies! Damit sprach er den zahlreichen Festgästen am Wochenende bei der offiziellen Eröffnung der neuen Golfanlage Oberallgäu aus dem Herzen. So auch dem Landrat Gebhard Kaiser, der meinte: Wir sind prädestiniert als Golfregion gerade im Herbst, wenn andere Plätze im Nebel versinken. Golfen sei heute keine Luxusbewegung für wenige begüterte Eliten, sondern ist auf dem besten Weg zum Volkssport, sagte Kaiser. Besonders beeindrucke ihn das moderne Nutzungskonzept, dass jeder, der seine Spieltauglichkeit nachweisen kann, hier auch dann spielen darf, wenn er nicht Mitglied eines Golfclubs ist. Dies komme den Urlaubern enorm entgegen. Und so prophezeite der Landrat im Zuge des Wellness-Wachstums in der Gesundheitsregion Allgäu einen Golf-Boom für alle. Das erhoffen sich auch die Bürgermeister der Hörnerdörfer, auf deren Gemeindegebieten die Anlage entstand eine der schönsten Deutschlands, wie Fischens Bürgermeister Edgar Rölz schwärmte. Gleichzeitig aber erinnerte er auch an manche Bedenken und Schwierigkeiten, die es bei der Verwirklichung dieses Projekts zu überwinden galt. Von Wanderwegen bis zur Jagd seien im besten Miteinander die Probleme gelöst worden.

Wer sich während der Bauphase um die Natur gesorgt habe, der könne sich nunmehr davon überzeugen, dass dieser Golfplatz zur Pflege unserer Kulturlandschaft beiträgt. Dass die Investoren, zu denen unter anderem Golfclub-Präsident Manfred Kurrle und Sonnenalp-Seniorchef Karlheinz Fäßler gehören, überhaupt ein entsprechendes Areal fanden, verdanken sie heimischen Landwirten, die sich von ihren Grundstücken trennten. Die 16 Grundstückseigner unter einen Hut zu bekommen, das gehörte nicht zu den einfachsten Aufgaben, dankte Landrat Kaiser dem Sprecher der Landwirte, Richard Rinderle, und Fischens Altbürgermeister Toni Vogler für ihr Verhandlungsgeschick. Einer der Bauern, der seine Zukunft im Golfen statt im Güllen sieht, nannte die Entwicklung scherzhaft Vom Braunvieh zum Greenvieh. Vor 170 Jahren habe der Käsepionier Johann Althaus den Grundstein für die gewerbliche Käserei im Allgäu gelegt; heute hätten zwei seiner Nachkommen ihren Grund und Boden in die Golfplatzgesellschaft eingebracht: So ändern sich die Zeiten. Als Beweis dafür, dass wir nicht nur Löcher im Käse haben, wertete der Vorsitzende des Tourismusverbands, Alfons Zeller, diese außerordentlich interessante Strukturverbesserung für unser Urlaubsgebiet: Wir sind um 27 Löcher reicher geworden. Zeller äußerte die Hoffnung, dass es eines Tages ähnlich dem Allgäu-Gletscher-Skipass eine Verbundkarte für die Nutzung aller Golfplätze in der Region gibt. Kurt Roßknecht, der hier im Oberallgäu als Architekt seinen 60. Golfplatz realisierte, sprach von einer phänomenalen Atmosphäre, die jede Menge Spielspaß bietet und herrlichste Aussichten: Der liebe Gott hat seine Arbeit hier gut gemacht. Das verpflichtete uns zu möglichst wenigen Eingriffen in die Landschaft. Architekt Heinz Zeller, mit der Projektleitung beauftragt, freute sich über die neuerliche Qualitätsverbesserung im Tourismus, von deren Notwendigkeit ich schon seit mehr als zehn Jahren überzeugt bin.

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