Allesfresser und Delikatesse zugleich

Günzach(pl). - Über viele Jahrtausende bevölkerten unsere beiden heimischen Krebsarten - Steinkrebs und Edelkrebs - Flüsse und Seen in großen Mengen. Als um 1860 - durch den Import amerikanischer Krebse - eine tödliche Infektionskrankheit, die so genannte 'Krebspest', eingeschleppt wurde, starben in einem dramatischen Seuchenzug die einst blühenden Krebsbestände Europas bis auf wenige Restvorkommen aus. Diese Tatsache und viele andere interessante Informationen rund um Flusskrebse werden nun in einer Sonderausstellung im Rathaus Obergünzburg thematisiert. Trotz der Bemühungen zur Verbesserung der Gewässer und den zahlreichen Wiedereinbürgerungsversuchen haben sich die Krebsbestände bis heute noch nicht erholt. Dabei bilden Krebse ein wichtiges Glied in der Lebensgemeinschaft der Gewässer. Auf dem Speiseplan der Allesfresser stehen nämlich nicht nur Schnecken, Würmer, Insekten, Wasserpflanzen und Algen, sondern auch alle verendeten Lebewesen, die sich am Gewässergrund abgelagert haben. Sie fungieren damit als 'Gesundheitspolizei' und tragen so auch zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Die Tiere dienen ihrerseits wiederum als Nahrung für Fische und Wasservögel, und nicht zuletzt gilt das schmackhafte Krebsfleisch als Delikatesse.

Krebs-Spezialist hält Vortrag Die Stiftung Kulturlandschaft Günztal und der Biotopverbund Östliche Günz präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Fischereiverband Schwaben e. V. von 26. Februar bis 16. März im Rathaus Obergünzburg die Sonderausstellung 'Flusskrebse in Bayern'. Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 26. Februar 2004, um 20 Uhr wird der Flusskrebs-Spezialist Dr. Max Keller im Rahmen eines Vortrages interessante Einblicke in die Welt der gepanzerten Scherentiere geben. Außerdem werden auch lebende Krebse zu sehen sein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. i Die Ausstellung ist bis 16. März im Obergünzburger Rathaus geöffnet von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie am Montagnachmittag von 14 bis 15.30 Uhr und am Donnerstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr. Weitere Hinweise sind auch im Internet zu finden unter www. guenztal. de

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