Benningen
Alle paar Jahre laufen die Keller voll

Die Grundwassersituation im Benninger Ried (siehe Infokasten) und das sanierungsbedürftige Entwässerungssystem im Ort haben Rathauschef Meinrad Bernhard, Planer und Bürger heuer schon mehrfach zum Thema gemacht (wir berichteten). Auch bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend, zu der rund 140 Benninger kamen, stand das Millionenprojekt wieder auf der Tagesordnung. Eine endgültige Entscheidung für eine Vorgehensweise steht in der nächsten Woche an. Daran beteiligen sind neben dem Bürgermeister Vertreter der Regierung von Schwaben, Fachbehörden und Fachplaner.

Wasserspiegel absenken

Der Benninger Adolf Hörburger fragte nach, wie weit sich der Wasserspiegel mithilfe der geplanten Wasserstandssteuerung künftig absenken lässt. Ingenieur Markus König vom Ingenieurbüro Fassnacht in Legau war wie bei den vorangegangenen Informationsveranstaltungen für die Details zuständig.

In seiner Antwort unterschied er zwischen niedrigstem und maximalem Grundwasserstand. Das Wasser werde immer nur bei einem Hochstand abgesenkt - also abgeleitet - und nicht ständig.

Im südlichen Bereich des Ortes erreicht das Grundwasser bei Maximalstand fast die Geländeoberkante (40 bis 50 Zentimeter darunter). Dort könne das Wasser bis zu 1,25 Meter abgesenkt werden; im Bereich zwischen Memmingerstraße und Benninger Ried seien es rund 40 Zentimeter.

Lothar Neugebauer wollte wissen, ob der Bau eines Rückhaltebeckens zum Abführen des Wassers geplant ist. Ein Teil der Kanäle liegt laut Rathauschef immer im Grundwasser - auch bei einem niedrigen Wasserstand. Darunter gebe es Drainagen, die das Wasser unterirdisch und gleichmäßig ins Benninger Ried leiten.

Woher die so genannte «Benninger Senke» kommt, also das regelmäßige Hochwasser im Ort, wollte Albin Kößler wissen. Zur Beantwortung dieser Frage holte Bürgermeister Bernhard den Geologen Udo Bosch nach vorne, der sich nach eigenen Angaben seit den 1990er Jahren mit dem Thema befasst. Bosch sprach von periodisch ansteigenden Grundwasserständen, die im Abstand von fünf bis zehn Jahren regelmäßig die Keller im Ortsbereich unter Wasser setzen. Vor allem die Niederschläge der Herbst- und Wintermonate seien dafür verantwortlich, weil auf «gesättigten Boden nochmal ordentlich was drauf kommt».

Bosch verwies auf eine Besonderheit, die für Benningen gelte: «Wenns woanders schon lang wieder trocken ist, kriegt der Bennniger Hochwasser.» Gründe dafür gebe es mehrere. Einer sei beispielsweise eine rund 70-Meter-Kiesschicht bei Bad Grönenbach, durch die das Grundwasser der natürlichen Fließrichtung folgend erst einmal durch müsse.

Übersichtsplan angefragt

Friedhelm Walthof wünschte sich einen Übersichtsplan darüber, wann welche Baustelle in Sachen Kanalsanierung im Ort ansteht. Der Rathauschef sagte, dass die Anregung angekommen sei. Er hofft, dass alle Bürger hinter der Maßnahme stehen - auch wenn Benningen in den kommenden Monaten einer «Mehrfachbaustelle» ähneln werde.

(Weiterer Bericht über die Bürgerversammlung folgt.)

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