Alexander Burkhard und Ignaz Forstmeier auf Platz 1

Von Stefan Götz | Lindenberg Was für ein großer Erfolg die Erstauflage war, bewies das begeisterte Publikum beim zweiten Poetry Slam im Gymnasium Lindenberg: Über 220 Zuschauer im berstend vollen Musiksaal applaudierten den insgesamt 14 Wortkünstlern, die im gut zweistündigen Programm eigene literarische Werke vorgetragen hatten. Die siebenköpfige Jury, bestehend aus drei Lehrern und vier zufällig ausgewählten Personen aus dem Auditorium, machte sich ihre Entscheidung nicht leicht und wählte mit Ignaz Forstmeier und Alexander Burkhard gleich zwei 'Slamer' auf den ersten Rang.

'Wir waren vom Andrang komplett überrumpelt', gestand Organisator Michael Otto, der im Vergleich zum ersten Mal 'vielleicht ein paar mehr Zuhörer' erwartet hatte. Letztlich drängten sich die Besucher aber bis in die letzten Ecken des Raums.

Mit den Zuschauerzahlen stieg auch die Qualität der literarischen Beiträge. 'Das Niveau war um einiges höher als beim letzten Mal', versicherte der als Titelverteidiger angetretene Otto, der den Wettstreit zusammen mit Elias Angele durchgeführt hatte Teilnehmer und Thematik variierten erneut stark. Vom Schüler über die Rentnerin bis hin zur Märchenerzählerin reichte das Feld der Dichter, die mit selbstverfassten Texten über Einsamkeit, Selbstfindung und Liebe oder wie Reinhard Böhm über das Publikum beim 'Poetry Slam' dichteten.

'Ich bin überwältigt'

Letztlich hatte die Jury die Aufgabe, die Werke nach ihrer literarischen Qualität und der Vortragsweise der Sprecher nach einem Zehn-Punkte-System zu bewerten, während Deutschlehrer Philipp Zurek durch den unterhaltsamen Abend moderierte und ein treffendes Fazit der Veranstaltung sprach: 'Ich bin überwältigt.'

'Vorher aufgeregt'

'Ich war vorher aufgeregt, bis zu dem Moment auf der Bühne', erklärte Ignaz Forstmeier nach seinem Triumph. Der 18-jährige Gymnasiast, der erstmals am 'Poetry Slam' teilnahm, beeindruckte mit seiner intelligenten Vortragsweise und dem humorvoll sowie klug ausgearbeitetem Inhalt seiner Texte. So brachte er im Finaltext Gefühle wie Ehrgeiz und Hunger in greifbare Personen und sich mit ihnen in Konversation. 'Es ist ein Thema, das mich ständig betrifft', meinte Forstmeier über sein ehrliches Selbstportrait.

Ernstere Töne schlug hingegen der zweite Gewinner Alexander Burkhard an. 'Ich produziere mittlerweile Texte am Fließband. Der am Ende war ein Experiment', erklärte der 19-Jährige, der die Zuhörer im ersten Durchgang mit seinem Vortrag über seinen ganz besonderen Baum noch minutenlang zum Lachen gebracht hatte, im Finale mit zwei ruhigen und traurigen Skripten dagegen teilweise Einblick in die eigene Person gab. 'Zum Vortragen ist Comedy besser, weil man die Resonanz des Publikums besser spürt, zum Schreiben ist hingegen ein selbstreflexiver Inhalt schöner', so der Gymnasiast, der schon bei der Erstauflage des Dichterwettbewerbs auf das Podest gekommen war.

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