Agrarreform: Grünlandbauern sind deprimiert

Oy-Mittelberg/Petersthal (js). - 'Wir Grünlandbauern sind alle übrig - es ist deprimierend.' Mit diesen Worten reagierte ein Landwirt auf die Rede von Dr. Robert Kloos bei der Jahresversammlung des Oberallgäuer BBV-Kreisverbands in Petersthal. Der Vertreter des Verbraucherschutz-Ministeriums in Berlin hatte über die EU-Agrarreform und 'Perpektiven für die Landwirtschaft' referiert. 'Die weitreichendste Reform, die in der Europäischen Union jemals beschlossen wurde, verändert nicht das bestehende System, sondern installiert ein neues', betonte Kloos. Wobei die Gründe für den eiligen Systemwechsel auf der Hand liegen würden: 'Denn ohne die Agrarreform würde es einen noch größeren Umverteilungsprozess in Richtung Osteuropa geben.' Laut dem Experten ist der Kern der Reform die so genannte Entkopplung der Prämienzahlungen von der Erzeugung der Agrarprodukte. Entgegen dem vom BBV favorisierten Betriebsmodell habe man sich bei der Berechnung deutschlandweit auf ein Kombimodell aus Betriebs- und Regionalmodell geeinigt. Ziel sei es, 'Einkommens- und Strukturbrüche zu vermeiden'. Dennoch könne es zu 'deutlichen Prämienverlusten' kommen. Die Entkopplung beginne für Milch im Jahr 2005.

Kloos: 'Ab 2007 werden die Betriebe aus der Produktion aussteigen, die nicht kostendeckend produzieren.' Zitat Nach der Entkopplung können Sie produzieren, was Sie wollen.} Dr. Robert Kloos, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Das Ministerium rechne in der Folge mit einem Rückgang bei der Rindfleischproduktion um 20 Prozent und einer spürbaren 'Entlastung der Milchquotenmenge'. Erhoffter Vorteil für die verbleibenden Landwirte: Die Preise könnten wieder steigen - oder wenigstens stabil bleiben. In der anschließenden Diskussion teilte die Mehrzahl der Landwirte den Optimismus des Referenten allerdings nicht. Nach den Worten von BBV-Kreisobmann Dr. Leopold Herz hatten die Landwirte in den vergangenen Monaten mit Sorge nach München geblickt. Sollten sie doch 'überproportional an den Sparbemühungen der Staatsregierung beteiligt werden'. Dass es nicht ganz so schlimm kam, führte Herz auf Demonstrationen des Verbands zurück. Kreisbäuerin Ulrike Müller erinnerte an 196 Veranstaltungen für Landfrauen auf Orts- und Kreisebene im vergangenen Jahr. Auch heuer stehe Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucheraufklärung an erster Stelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018