Aggressives Verhalten unter Schülern nimmt zu

Sonthofen/Oberallgäu (uw). Schulsozialarbeit, individuelle Beratungen, Projektarbeit und neue Aufsichtskonzepte gewinnen an Bedeutung, um einen möglichst reibungslosen Schulalltag zu gewährleisten. Das machte eine Diskussion im Jugendhilfeausschuss des Landkreises deutlich, bei der es speziell um Gewalt an Schulen ging. Grundlagen dafür waren eine aktuelle Studie des Bundeskriminalamtes an Schulen in Erlangen und Nürnberg (danach schlägt oder tritt jeder dritte Schüler einen Mitschüler) und eine Rundfrage des Oberallgäuer Jugendamtes bei heimischen Grund- und Hauptschulen.18 Einrichtungen haben Gewalt an der eigenen Schule bejaht, wobei das Ausmaß zehnmal als mittel und achtmal als gering eingestuft wurde. An sieben Schulen spiele Gewalt keine Rolle. In der allgemeinen Einschätzung wird Gewalt an Schulen im Oberallgäu als Alltag bewertet.

Das treffe allerdings eher größere Schulen und sei vor allem ein Problem der Hauptschulen. Als Ursachen für Gewalt nennen die Pädagogen erzieherische Gründe, den negativen Einfluss von Medien, fehlende Strategien zur Konfliktlösung und die häusliche Situation. Das aggressive Verhalten unter Schülern hat stark zugenommen, berichtete bei der Diskussion im Landratsamt Immenstadts Hauptschulleiter Wolfgang Knoll. Verschärfend wirke aktuell die Lehrstellen-Problematik: Ein Großteil der Schüler sei bisher ohne Ausbildungsplatz und entsprechend frustriert. Eltern rabiater Schüler neigen nach Knolls Erfahrung dazu, das Vorgehen ihrer Sprösslinge zu verniedlichen. Spitze des Eisbergs Auf der anderen Seite, ergänzte Gottfried Schwägerl, Konrektor der Volksschule Blaichach, gebe es besonders sensible Eltern betroffener Kinder, die die Polizei schon einschalten, selbst wenn sich ein Vorfall noch innerhalb der Schule regeln ließe. Die Arbeit mit Eltern gewalttätiger Kinder nannte Schwägerl schwierig, da sie oft die gleichen Wahrnehmungsmuster wie ihre Kinder hätten. Von einer starken Zunahme der Gewaltbereitschaft auch im Grundschulalter sprach Rektorin Hildegard Schröder von der Sonthofer Albert-Schweitzer-Schule. Ihrer Meinung nach sind die Meldungen an die Polizei nur die Spitze des Eisbergs.

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