Ärztin leistet Meineid: Bewährungsstrafe

Memmingen (cz). - Ob vereidigt oder nicht: Wer vor Gericht als Zeuge falsche Aussagen macht, muss mit einer empfindlichen Strafe rechen. Das jedenfalls bekamen jetzt eine Ärztin und ein Klinik-Koch zu spüren. Das Schöffengericht des Memminger Amtsgerichts hat sie zu acht und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. In einem vorangegangenen Zivilprozess war eine Frau angeklagt, die sich geweigert hatte, einen Klinik-Aufenthalt in Bad Wörishofen und die damit verbundenen Behandlungskosten zu bezahlen. Sie ist Allergikerin und nach eigenen Aussagen in der Klinik falsch ernährt worden, so dass es zu lebensbedrohlichen Situationen gekommen sei. In dem Zivilprozess hatten die Ärztin unter Eid und der Küchenchef unvereidigt die falsche Ernährung bestritten. Während die aus der Slowakei stammende Medizinerin ihren Meineid im weiteren Verlauf des Rechtsstreits zugab und das auch bei der Polizei protokollieren ließ, blieb der Koch bei seiner Aussage, dass alles seine Ordnung hatte. Bei der jetzigen Verhandlung vor dem Schöffengericht sagte die Medizinerin aus, dass sie heftig mit dem Koch gestritten habe, weil dieser ihren Anweisungen nicht gefolgt sei.

Auch der Chef der inzwischen insolventen Klinik sei informiert gewesen. Zu dem Meineid sei es gekommen, weil sie sich in einer starken Stresssituation befunden habe. Schulden, die aus einer gemeinsamen Praxis mit ihrem verstorbenen Bruder resultierten, ununterbrochener Dienst in der Klinik und die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, hätten dazu geführt, dass sie die Unwahrheit sagte. Der ehemalige Küchenchef stritt ab, mit der Ärztin wegen des falschen Essens in Konflikt geraten zu sein. Er wisse nicht, wie sie zu solchen Aussagen komme. Die ehemalige Patientin hatte den Streit jedoch mitbekommen. Und auch der frühere Klinikchef ließ durch-blicken, dass es sehr wohl Gespräche gegeben habe, bei denen auch die Ernährungs-Probleme eine Rolle gespielt hätten. Das Gericht verurteilte die geständige Ärztin wegen Meineides zu acht Monaten Gefängnis, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Dazu kommt eine Geldbuße von 1000 Euro. Der die Tat leugnende Koch erhielt für falsche uneidliche Aussage eine neunmonatige Haftstrafe mit einer Bewährungszeit von ebenfalls zwei Jahren. Er muss zudem 2000 Euro Geldbuße zahlen.

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