Kempten
Ärzte ziehen immer öfter unter ein gemeinsames Dach

Den Beginn machte das Ärztehaus an der Robert-Weixler-Straße. Eines folgte an der Pettenkoferstraße, ein weiteres ist seit kurzem an der Bahnhofstraße in Betrieb. Praxen, Apotheken und Betriebe der Gesundheitsbranche finden immer öfter unter einem gemeinsamen Dach zusammen. Ähnlich wird das im Ärztehaus am Klinikum aussehen. Auch dort seien beinahe alle Flächen belegt.

«Der Trend geht zu diesen medizinischen Versorgungszentren», bestätigt der Sprecher des ärztlichen Kreisverbands, Dr. Thomas Lorentz. Sie seien nicht zuletzt politisch gewollt. Die Verantwortlichen versprechen sich Synergieeffekte und damit niedrigere Kosten. Der wirtschaftliche Druck lasse auch die Ärzte nach Einsparpotenzialen suchen. Schließlich seien deren Einkommen in den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte gesunken.

«Für viele Fachärzte ist auch der Umzug aus einer vielleicht schon betagten Praxis in neue Räume verlockend», weiß Lorentz, der mit seinem Laborbetrieb selbst immer wieder mit den Einschränkungen eines Altbaus kämpft. Kein Wunder also, dass die Flächen in den zuletzt eröffneten Ärztehäusern begehrt und ruckzuck vergeben waren.

Ähnlich beim Ärztehaus am Klinikum. In dem fünfstöckigen Gebäude mit 5000 Quadratmetern Nutzfläche ist nur mehr eine Etage frei. «Die haben wir bisher zurückgehalten, um eine Belegung auf anstehende strategische Entscheidungen im Klinikum abstimmen zu können», erklärt Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau. Die Gesellschaft ist Bauherr des zehn-Millionen-Euro-Projekts und vermietet die Flächen.

Langfristige Ausrichtung

Das eine oder andere sei dabei im vergangenen Jahr nicht so glatt gelaufen, räumt Singer ein. Rund ums Klinikum gab es schließlich zuletzt manche Irritation. Doch mittlerweile gehe das Projekt seinen gewünschten Gang und liege auch finanziell weiter im Plan: «Wir haben die langfristige Ausrichtung im Blick», meint Singer. Auf kleine Verzögerungen komme es da nicht an.

«Die ersten Mieter kommen im Februar und richten sich ein, im März wollen sie ihre Arbeit aufnehmen», berichtet Singer.

Im Erdgeschoss ziehen ein Café, Friseur, Kiosk, Sanitätshaus und Apotheke ein.

Die medizinischen Angebote seien auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Klinikum ausgelegt. Einige entstammen direkt Angeboten des Krankenhauses wie das Schlaflabor, das ambulante Operationszentrum, das Blutlabor sowie die ambulante Onkologie. Von außen kommt ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg ins Ärztehaus, zudem entsteht eine Praxis für Radiologie.

Ob mit dem Ärztehaus am Klinikum das Ende der Konzentrationswelle erreicht ist, lasse sich schwer sagen. Singer: «Die Frage ist, ob weitere Zentren die Versorgung verbessern würden.» Immer im Auge behalten müsse man dabei die Entwicklung der Innenstadt. Schließlich sorgten Patienten und Mitarbeiter von Arztpraxen durchaus für Belebung im Zentrum.

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