Ärzte sollen künftig zum Patienten reisen

Marktoberdorf/Ostallgäu(rel). - Was für die Anästhesisten der Kreiskliniken Ostallgäu schon seit Jahren gilt, soll nun auch für einige andere Spezialisten in den vier Kreiskrankenhäuser gelten: Der Arzt kommt zum Patienten vor Ort. Dies wolle man ab Mai praktizieren, berichtet Klinik Vorstand Rainer Wuttke und begründet dies mit den Worten: 'Das ist besser, als wenn der Patient zum Spezialisten reist.' Fürs erste soll die Änderung als Pilotprojekt in der Füssener Klinik laufen. Im Dschungel und im Busch sind gelegentlich so genannte 'Flying Doctors' im Einsatz: Die Mediziner fliegen zum Beispiel zu Missionsstationen, um dort zu operieren. Nun liegt aber das Ostallgäu weder im Busch noch im Dschungel. Was Klinik-Chef Wuttke aber nicht hindert, den mobilen Einsatz von Medizinern auch hier einzuführen. Dass dabei Füssen gewissermaßen die erste 'Missionsstation' der 'Flying Doctors' im Ostallgäu sein wird, hängt mit dem dortigen Weggang eines Unfallchirurgen zusammen. Deshalb sollen nun der Obergünzburger Chefarzt Dr. Rudolf Weinhart und der Marktoberdorfer Oberarzt Dr. Christof Albert das dortige Medizinerteam verstärken. Allerdings nur tageweise, denn ihre Aufgaben am bisherigen Standort warten nach wie vor auf sie. Der Hüft- und Knie-Experte Weinhart werde in Füssen vor allem in seinem Spezialgebiet operieren, erläutert Wuttke. Und Unfallchirurg Albert, der sich in der Marktoberdorfer Kreisklinik auch auf die diagnostische und therapeutische Schulter- und Kniearthroskopie spezialisiert hat, werde in Füssen ebenfalls auf diesem medizinischen Feld tätig sein. Gleichzeitig werde damit 'die unfallchirurgische Grund- und Regelversorgung' der Füssener Bevölkerung 'auf höchstem Niveau' sichergestellt, 'zumal die Chefarztstelle der Unfallchirurgie neu ausgeschrieben wird', stellt Rainer Wuttke dazu fest.

Größeres medizinisches Angebot Mit solchen Lösungen verbreitere man das Angebotsspektrum der einzelnen Häuser, erklärt Wuttke, der vorhat, künftig noch mehr 'Flying Doctors' durchs Ostallgäu reisen zu lassen. Diese sollen im Übrigen keineswegs alle nur nach Füssen, sondern es soll gewissermaßen ein Spezialisten-Austausch unter den verschiedenen Häusern stattfinden. Damit erhöhe man nicht nur die Qualität der einzelnen Kreiskliniken, sondern steigere zudem deren Auslastung, nennt Wuttke auch wirtschaftliche Vorteile. Der möglichen Sorge, ein 'ausgeliehener' Chirurg könnte mit einem nicht auf ihn eingespielten Assistenz-Team in einem ihm dazu noch fremden Operationssaal stehen, hält Klinik-Vorstand Rainer Wuttke entgegen, anfänglich würden die Spezialisten mit einer ihnen vertrauten OP-Mannschaft anreisen. Die Ärzte würden auch am Gast-Krankenhaus Visite halten. Das dortige Klinikpersonal erhalte detaillierte Behandlungsanweisungen, bevor die Spezialisten wieder zu ihrer Heimat-Klinik zurückkehrten.

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