Ärger um den Kurkontrolleur

Eingestellt und losmarschiert - Vermieter wussten nichts Lindenberg (pem). Kaum eingestellt, gibt es in Lindenberg Ärger um den Kurkontrolleur. Der hatte seine Arbeit aufgenommen, bevor die Vermieter etwas von ihm wussten. 'Als Partner der Stadt hätten wir erwartet, im Vorfeld informiert zu werden', sagte Vorsitzender Ludwig Gehring bei der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereines. Die Stadt räumte einen Fehler ein. 'Es ist falsch gelaufen. Wir wollten sie nicht überrenen', entschuldigte Constanze Bröhmer, die Leiterin des Gästeamtes.

Seit längerem ist ein Kurkontrolleur Thema in Lindenberg. Er soll Vermieter besuchen und dabei abklären, ob die gemeldeten Gäste mit der tatsächlichen Belegung übereinstimmen. Denn ein kleiner Teil der Vermieter kassiert zwar von den Gästen den Kurbeitrag, gibt den aber nicht an die Stadt weiter, so die Annahme der Verwaltung. 'Die große Mehrheit der Vermieter ist ehrlich. Es gibt aber auch schwarze Schafe, sagte Constanze Bröhmer. Die Leiterin des Gästeamtes nannte Beispiele: 'Es gibt Betriebe, die haben offiziell aufgehört. Wir wissen aber, dass sie weiter vermieten. Und es gibt Betriebe, die wären mit den gemeldeten Zahlen nicht überlebensfähig'. Versuche, die 'schwarzen Schafe' zur Räson zu bringen, scheiterten. 'Es wurden Briefe geschrieben und harte Worte gewählt. Es ist nichts passiert' (Bröhmer). Deshalb hatte der Stadtrat schließlich in nicht-öffentlicher Sitzung mehrheitlich beschlossen, einen Kurkontrolleur zu beschäftigen. Der gleiche Mann ist bereits in den Nachbargemeinden Scheidegg und Weiler-Simmerberg unterwegs. Die Gemeinden dort hätten, so Bröhmer, gute Erfahrungen gemacht. 'Es ist ja auch zu ihrem Schutz', sagte sie zu den Vermietern. Grundsätzlich haben die Mitglieder des Verkehrsvereins - zumindest in ihrer großen Mehrheit - nichts gegen einen Kurkontrolleur einzuwenden. Geärgert hat sie aber die Art und Weise, wie sie von ihm erfuhren. Nämlich erst, als er bei den ersten Vermietern vor der Tür stand. 'Ich habe erwartet, dass man im Vorfeld informiert wird, oder dass sich der Herr ordentlich vorstellt', machte Martin Fink seinem Ärger Luft. Hannes Schneider, Vermieter auf der Kellershub, sprach gar von 'Manieren wie im Wilden Westen'. Der Kontrolleur sei auf den Hof gefahren und habe seiner Frau mit dem Bürgermeister gedroht. Bessere Erfahrungen hat dagegen Sigrid Hofmann mit dem Kontrolleur gemacht. 'Er hat sich vorgestellt, ausgewiesen und nach zehn Minuten war alles erledigt.' Jedenfalls wurde der Kurkontrolleur nach seinem ersten Arbeitstag von der Stadt gestoppt. Er sollte sich - wie ursprünglich geplant - erst auf der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins vorstellen. Dazu kam es nicht, weil er erkrankt ist. 2. Bürgermeister Dr. Wolfgang Dietlein - Rathauschef Johann Zeh war wegen der Hauptversammlung der Freien Wähler verhindert - versuchte die Vermieter zu beschwichtigen. 'Sie können davon überzeugt sein, dass die Stadt, das Gäsetamt, versuchen, das auf die richtigen Beine zu stellen'.

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