Füssen
Abschied von einem Traumberuf

Margot Hanig hat die großen Eishockey-Zeiten in Füssen miterlebt. Im Füssener Bundesleistungszentrum (BLZ) empfing sie Wintersportler aus der ganzen Welt und war unter anderem als Frauenbeauftragte des deutschen Eishockeybundes selbst in vielen Ländern dieser Erde zu Gast. Nach 35 Jahren ist für die 63-jährige BLZ-Geschäftsführerin jetzt aber Schluss: Hanig geht in den Ruhestand.

«Für mich war es immer ein Traumberuf: Man sitzt im wunderschönen Füssen und hat Kontakte in die ganze Welt», sagt die scheidende Geschäftsführerin nicht ohne Wehmut. Eissport hat in ihrer Familie Tradition - nicht nur, dass sie mit einem Eishockey-Nationalspieler verheiratet ist. «Meine Schwiegereltern waren schon in den 1960er Jahren an der Kasse gesessen», erinnert sich die Füssenerin. So kam es, wie es kommen musste: Hanig begann im Juli 1974 im BLZ als Teilzeitkraft und arbeitete sich schließlich bis zur Geschäftsführerin hoch.

Der damalige Bürgermeister, Otto Wanner sei es gewesen, der ihr den Job angeboten habe.

Der Rathauschef wusste, was er an ihr hat: «Weil Wanner kein Englisch konnte, hat er mich 1974 beim ersten Weltkongress des Welteishockeyverbands zu sich geholt, damit ich ihm übersetze», erinnert sich die 63-Jährige. Für Hanig eine spannende Aufgabe - ist sie doch überzeugte Kosmopolitin und war selbst etwa im kanadischen Ontario, in New York, Schweden, Finnland und Ungarn unterwegs. Diese Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen ist wohl auch der Grund, warum sie sich noch immer gerne an die Junioren-Weltmeisterschaft 1991/92 am Kobelhang erinnert: «Da waren Kanadier, Finnen, Russen - und alle kamen einfach prima miteinander aus», erinnert sie sich. «Schon damals habe ich gedacht, wie einfach es auf der Welt sein könnte, wenn alle so gut miteinander klarkämen wie hier.»

Jetzt erst einmal viel verreisen

Auch wenn ihr der Abschied nicht leicht fällt: «Ende des Jahres ist definitiv Schluss», sagt die langjährige BLZ-Leiterin, die jetzt erst einmal viel verreisen will. Dann übernimmt die 29-jährige Jasmin Wöhrle die Geschäftsführung. «Man wird mich aber sicher noch das eine oder andere Mal beim Junioren-Nationalspiel sehen», verspricht Hanig.

Und das ist ungewöhnlicher, als man es bei einer langjährigen Eissportverantwortlichen vermuten könnte: «Eigentlich bin ich gar kein Fan von Wintersportarten - ich spiele lieber Tennis», verrät sie. «Ich bin nämlich furchtbar verfroren», sagt sie mit einem Schmunzeln.

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