Marktoberdorf
43 Orchideen ziehen um

Die Lehmgrube der ehemaligen Ziegelei Schmid klafft nahe dem Ettwieser Weiher wie ein großes Loch in der Landschaft. Vor drei Jahren wurde mit der Verfüllung begonnen, die insgesamt 25 Jahre dauern kann. In Bereichen, die nicht von den Arbeiten betroffen sind, entstand im Zuge einer Renaturierung bereits der ein oder andere Tümpel, der Insekten und Amphibien Lebensraum bietet. In den nächsten Tagen soll eine Aktion starten, bei der Orchideen innerhalb des Geländes umgepflanzt werden, um sie davor zu schützen, zugeschüttet zu werden. Es handelt sich um die Mückenhändelwurz. 43 Standorte wurden mit weißen Stäben markiert.

Licht und Kalk

Einen neuen Platz bekommen die Orchideen, die feuchte, kalkhaltige Böden bevorzugen, auf einem gegenüberliegenden Hügel auf dem Gelände. Einige Bäume und Büsche wurden dafür bereits abgeholzt. Denn die Pflanze braucht bestimmte Standortverhältnisse, wie zum Beispiel viel Licht und den richtigen Untergrund. Angeregt wurde diese naturschützerische Maßnahme von Manuela Schmid von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Mit jeder dieser Orchideen, so Schmid, muss ein Kubikmeter Boden mit ausgehoben werden. Denn die Pflanzen sind symbiotisch mit Pilzen unter der Erde verbunden. Am neuen Standort wird außerdem eine Lehmschicht aufgetragen, um der Mückenhändelwurz den geeigneten Nährboden zu geben.

In diesem Zuge will der Betreiber der Lehmgrube, die Firma SGWM Umwelt GmbH, zwei weitere Tümpel auf zwei Ebenen in diesem Bereich anlegen. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde sei dies ebenso wie die Umsiedlung der Orchideen eine freiwillige Maßnahme, wie Anton Grehl von der SGWM sagt. Seine Firma lasse sich dies 100000 Euro kosten. Dieser Betrag kommt zu den 500000 Euro dazu, die für die Rekultivierung vorgesehen sind.

Auf diese Weise entstünden zusätzliche Biotop-Flächen, die nicht verpflichtend seien. Seine Firma, so Grehl, sei an solchen Lösungen interessiert, und auch der Besitzer der Lehmgrube, Franz Schmid. Er habe zugestimmt, dass für die Realisierung der Tümpel weitere Fichten abgeholzt werden. Die Erfahrung auf dem gegenüberliegenden Areal habe gezeigt, so Manuela Schmid und Anton Grehl, dass sich in den Tümpeln sehr schnell reges Leben einstellte.

Seit Sommer dieses Jahres ist es fast ausschließlich Material aus dem Gleisumbau zwischen Buchloe und Kaufbeuren, das in die Marktoberdorfer Lehmgrube angefahren wird. Bis März, so rechnet Grehl, werde von dieser Baustelle noch Material angeliefert. Manuela Schmid geht davon aus, dass die Grube schneller als geplant verfüllt sein wird.

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