Marktoberdorf
30 Cent mehr fürs Abwasser

Die Marktoberdorfer zahlen ab Januar mehr für ihr Abwasser. Die Gebühr soll von 2,50 auf 2,80 Euro je Kubikmeter steigen. Grund für die Erhöhung sind die hohen Investitionen für die Modernisierung der Kläranlage. Zudem verwies Stadtkämmerer Wolfgang Guggenmos auf höhere Energie- und Personalkosten. Den einstimmigen Beschluss des Ausschusses für die Gebührenerhöhung muss der Stadtrat noch bestätigen, damit die neue Satzung zum 1. Januar in Kraft treten kann.

Die Erhöhung war im Finanzausschuss des Stadtrats unstrittig. Nach sechs Jahren um 12 Prozent nach oben zu gehen, bezeichnete Axel Maaß (Grüne) als «moderat». Man müsse vor allem die großen Investitionen sehen, die in den vergangenen Jahren in diesem Bereich getätigt wurden. Die Stadt investierte immerhin rund 10 Millionen Euro in die Modernisierung der Kläranlage.

Diese Kosten müssen laut Gesetz auf die Bürger umgelegt werden. In Marktoberdorf hat man sich entschieden, die Sanierung über die Gebühren und nicht über Investitionsbeiträge zu finanzieren. Gestiegen sind aber auch die Betriebskosten der Kläranlage.

Versiegelte Flächen ermitteln

Bei der Beratung im Finanzausschuss gab es dennoch eine Diskussion: Kämmerer Guggenmos berichtete, dass schon bald Fragebögen an alle Haushalte verschickt werden. Dort wird abgefragt, welche Flächen versiegelt sind und ob Regenwasser vom Dach, von einer Terrasse oder vom Garagenhof auf dem Grundstück versickert oder in den Kanal eingeleitet wird. Daraus entsteht ein Versiegelungskataster, das mit Daten aus Luftbildern abgeglichen wird. Die Erhebung bildet dann die Grundlage für eine Neukalkulation der Abwassergebühr und die Planungen für die Dimension neuer Kanalrohre und Überlaufbecken.

Hintergrund ist ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs von 2003. Demnach ist zwar der Trinkwasserbezug ein geeigneter Maßstab für die Gebühren im Abwasserbereich. Dies gilt aber nur, solange Regenwasser eine untergeordnete Rolle bei den Kosten spielt. Liegt der Kostenanteil, den das Niederschlagswasser verursacht, bei mehr als zwölf Prozent, so muss dafür eine eigene Kalkulation erfolgen.

Dass die Kosten für Niederschlagswasser nicht unerheblich sind, verdeutlichte Stadtbaumeister Peter Münsch: «Nur wegen des Regenwassers brauchen wir große Durchmesser und teure Regenbehandlungsanlagen.» Das Kataster ermögliche es, die Regel umzusetzen: «Wer Regenwasser selbst behandelt, soll einen Vorteil haben.» Von dieser Linie überrascht zeigte sich vor allem Peter Grotz (FW): Dass Regenwasser versickert werden soll, sei über viele Jahre hinweg gar nicht erwünscht gewesen.

Dem widersprach sein Ratskollege Maaß: Seit mindestens 20 Jahren werde die Versickerung auf dem Grundstück gefordert. Münsch verwies zudem darauf, dass die meisten Gewerbebetriebe bei Baumaßnahmen aus Kostengründen auf die Versickerung setzen. Bereits vor Jahrzehnten hätten sich im Gewend viele für die Versickerung entschieden.

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