Oberstaufen
2400 Skifahrer pro Stunde

Die Genehmigung kam keine Minute zu früh. Am Vorabend der geplanten Inbetriebnahme des neuen «Fluhexpress» kam um 16.45 Uhr das «Ok» von der Bergbahnaufsicht in München. Gerade einmal 100 Tage nach dem Baubeginn stand damit dem Saisonstart nichts mehr im Weg. Für Mitarbeiter, Skifahrer und Snowboarder gleichermaßen war das ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, denn die Verhältnisse im Imberg-Gebiet haben sich damit markant verbessert.

Aus den Jahren 1971 und 1984 stammten die bisherigen Fluhlifte sowie der Bärenlochlift. Deren Kapazität lag bei 2400 Skifahrern pro Stunde. Alle drei in die Jahre gekommenen Lifte wurden abgerissen und durch den neuen «Fluhexpress» ersetzt. Dessen Kapazität liegt ebenfalls bei 2400 Skifahrern pro Stunde - «schließlich ging es uns um eine Qualitätsverbesserung und nicht um eine Ausweitung des Skibetriebs», stellt Thomas Lingg fest. Er ist einer der Geschäftsführer der Imbergbahn, die den «Fluhexpress» betreibt. Und er strahlt unübersehbar. Nicht nur über die Einhaltung des Termins, sondern auch über die neueste Technik, von der die Wintersportfans jetzt profitieren.

Dazu gehört eine Sitzheizung, die im Bereich der Talstation jeweils aufgeladen wird, sodass es während der Fahrt hinauf für die Sportler besonders komfortabel zugeht. Dazu tragen bei schlechtem oder kaltem Wetter auch die Hauben bei, die sich wahlweise automatisch oder manuell schließen lassen. In jedem Fall automatisch vollzieht sich die Schließbügelverriegelung: «Sicherheit steht an erster Stelle», so Lingg. Doch dann kommt gleich der Komfort. Dazu tragen auch die Leder-Komfortsessel inklusive Nackenstützen bei. Und beim Einstieg hilft ein Förderband. All dies zusammen macht den «Fluhexpress» zu Deutschlands modernster Sechser-Sesselbahn.

Obgleich drei kleine Lifte abgebaut und durch den «Fluhexpress» ersetzt wurden, gibt es nicht weniger Personal. «Wir haben sogar drei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen», so Lingg. Denn bei aller Sicherheitstechnik: Für den «Fall der Fälle» steht immer Personal bereit und hilft beim Ein- oder Ausstieg. Zudem gab es während der Bauphase viel Arbeit: «Oft hatten wir einen 12- oder gar 16-Stunden-Tag», stellt Lingg rückblickend fest. Am Ergebnis freuen sich er und seine Mitarbeiter sichtlich. Wer nicht direkt beim Bau dabei war, erhielt eine einwöchige Schulung und ist «fit» für die neue Anlage.

Während der ersten Woche lief der «Fluhexpress» nicht unter Höchstlast. Die Skifahrer und Snowboarder waren nicht allzu zahlreich. Freudige Gesichter gab es aber auch hier. Eine Gruppe Studenten aus Frankfurt ist begeistert vom neuen Lift: «Super! Da gibt es wirklich nichts zu meckern», meint einer von ihnen. Dass es eine so moderne Anlage in Steibis gibt, das hat sie überrascht: «Der Ort ist schön idyllisch. Umso toller ist die Kombination mit diesem High-Tech-Lift». Etwas kritisch ist eine Gruppe von Westallgäuern: «Das Skigebiet ist halt recht klein und wird wohl auch in Zukunft vor allem Familien ansprechen». Aber letztlich gibt es auch hier viel Lob für den «Fluhexpress»: «Das Sitzen ist wirklich angenehm, so kann man sich während der Fahrt erholen». Die Sitzheizung findet auch bei einer älteren Dame großen Anklang, die ein «wirklich klasse» herüberruft und auf die Sitze deutet.

Neue Gäste wird der «Fluhexpress» wohl kaum nach Steibis locken, da sind sich alle Befragten einig: «Aber er ist ein Argument, nicht woanders hinzugehen, wenn man schon früher hierhergekommen ist». Genau so sieht es auch Imbergbahn-Geschäftsführer Lingg: «Schließlich wollten wir nicht erweitern, sondern die Qualität steigern».

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