Lindenberg / Westallgäu
21 Menschen aus Lebensgefahr gerettet

«Die Auftragsbücher der Feuerwehren des Landkreis Lindau waren wieder voll» , betonte Kreisbrandrat Friedhold Schneider bei der Jahreshauptversammlung des Feuerwehrkreisverbandes Lindau im «Löwen»-Saal in Lindenberg. Insgesamt wurden die Wehren zu 1580 Einsätzen im vergangenen Jahr alarmiert. 21 Menschen wurden bei Bränden und Verkehrsunfällen aus lebensbedrohlicher Situation gerettet. «Leider konnten neun Personen nur noch tot von den Feuerwehren geborgen werden», bedauerte Schneider bei seinem Rückblick.

Die Arbeit der Feuerwehren wird immer umfangreicher. Die ehrenamtlichen Wehrler wurden 2009 zu 242 Brandeinsätzen, darunter einige Großbrände, gerufen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt aber in zunehmendem Maße bei den technischen Hilfeleistungen. Insgesamt seien 968 technische Hilfeleistungen bewältigt worden. Darunter der Ölalarm auf den Bodensee. «Hier haben sich die Ausbildung und die internationale Zusammenarbeit bestens bewährt», unterstrich Schneider.

Fehlalarm durch Fehlverhalten

Laut Kreisbrandrat werden die Rettungsaktionen - insbesondere bei Verkehrsunfällen - immer aufwendiger und komplizierter.

Die Zahl von 190 Fehlalarmen nannte Schneider zwar «recht hoch», aber die meisten seien nicht durch einen technischen Defekt der Anlagen, sondern durch menschliches Fehlverhalten verursacht worden. Die Wehren waren bei 180 Sicherheitswachen, etwa Beobachtungen eines Brandortes nach dem Ablöschen, eingesetzt. «Viele Menschenleben und Sachwerte konnten auf diese Weise gerettet werden», betonte Schneider.

Eine Zusatzaufgabe für die Feuerwehr Maierhöfen sei der neu eröffnete Felderhaldetunnel. Um im Ernstfall optimal zu helfen, sei ein enormer Ausbildungsaufwand nötig gewesen.

Kreisjungendwart Josef Herrmann aus Heimenkirch berichtete, dass in Niederstaufen und Bösenreutin neue Jugendgruppen gegründet worden seien. Ihr Können und Wissen konnten die Jugendlichen bei einer Großübung in der Staudachmühle beweisen sowie bie einem Wissenstest, sagte Herrmann.

Kreisbrandmeister für Funk und EDV Ulrich Boch (Scheidegg) erläuterte einige technische Neuerungen im Bereich Funk. Dazu zählen eine gesicherte Funkverbindung im Felderhadetunnel sowie die Verbesserung für die Funkmeldempfänger für den gesamten Landkreis. An der Maschinistenausbildung hat sich laut Martin Stempfle (Lindau) zum ersten Mal eine Frau beteiligt.

Feuerwehr-Frauenbeauftragte Daniela Stadler (Lindenberg) unterstrich, dass jetzt erstmals eine reine Frauengruppe das Leistungsabzeichen Löscheinsatz erworben hat.

Seelische Betreuung

Das Thema Notfallseelsorge erläuterte Stadtpfarrer Leander Mikschl aus Lindenberg. Er ist selbst aktiver Feuerwehrmann und in der Notfallseelsorge tätig. Bei den Einsätzen seien die Helfer oft schwierigen Situationen ausgesetzt. Eine Betreuung sollte nicht nur nach Unfällen geleistet werden, regte er an, sondern auch vorher in den Feuerwehren. Hierzu werde eine spezielle Ausbildung angeboten.

Der Kreisfachberater für Brandschutzerziehung Christian Buchmüller (Weißensberg) forderte, eine «Rauchmelderpflicht» im privaten Bereich einzuführen.

«Immer mehr Verantwortung»

Viel Lob erhielten die Floriansjünger von politischer Seite. So sagte Bürgermeister Johann Zeh: « Die Anforderungen sind gestiegen, und die Wehren haben immer mehr Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und für das Material». Landrat Elmar Stegmann erklärte, der Einsatz der Ölwehr auf dem Bodensee habe gezeigt, dass auf die Einsatzkräfte Verlass ist.

Als Vorbilder für die Jugend bezeichnete Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter die Feuerwehren. Zum Thema Führerschein für schwere Feuerwehrfahrzeuge wolle man versuchen, dass Wehren in den Katastrophenschutz nach den EU-Richtlinien aufgenommen werden. Dann könne man mit dem normalen PKW-Führerschein Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen fahren. «Der Bund muss dies noch regeln», so Rotter. Eine weitere gute Nachricht war, dass die Zuschüsse für größere Feuerwehrhäuser sowie die Fahrzeugförderung erhöht wird. Das betreffe auch die Lindauer.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018