Füssen
2010 mehr Geld für die Kultur

Wie tief greift die Stadt für ihre Kulturveranstaltungen in die Tasche? Einmal mehr stand der Füssener Kulturausschuss vor dieser Frage - und zeigte sich nach längerer Diskussion einmütig großzügig: Wegen der Landesausstellung und dem damit verbundenen Anstieg an Veranstaltungen empfahl er, das Budget von 90000 Euro (2009) auf 120000 Euro zu erhöhen. «Wenn wir dieses Jahr verschlafen, verschlafen wir unsere Zukunft», trommelte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) für diesen Schritt.

«Wir müssen die Veranstaltungen jetzt planen, es gibt aber noch keinen genehmigten Haushalt», schilderte Karina Hager vom Kulturamt eingangs das Dilemma der Verwaltung. Umso wichtiger sei nun die Rückendeckung der Räte.

Für die veranschlagten 120000 Euro ließen sich übers gesamte Jahr eine Vielzahl großer wie kleiner Veranstaltungen in Füssen auf die Beine stellen, verdeutlichte Hager - wobei der Löwenanteil auf das Festival «Vielsaitig» (45000 Euro), die neun Fürstensaalkonzerte (24000) sowie ein Schüler-Projekt des Landestheaters Schwaben (18000) entfielen. Einnahmen, Sponsorengelder und ein Ausgaberest vom Vorjahr reduzierten die tatsächlichen Kosten aber auf rund 70000 Euro.

«Toll, dass wir soviel vorhaben, aber können wir uns das leisten?», fragte Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen), ob die Stadt auf die Landesausstellung noch eins drauf setzen müsse. Und Andreas Ullrich (Freie Wähler) wollte angesichts der finanziell «katastrophalen Zeiten» für die Stadt genau wissen, wofür man diese Summe ausgebe.

Dem standen klare Befürworter der Budgeterhöhung gegenüber. «Füssen kann sich 2010 so präsentieren wie die nächsten zehn Jahre nicht mehr», betonte Zweite Bürgermeisterin Ursula Lax (CSU). Und Hannelore Semmlin-Leix (SPD) erinnerte daran, dass Kultur «elementare Nahrung für die Seele sei». Es 2010 «krachen» lassen und danach den Etat wieder senken - das riet neben Klaus Keller (Freie Wähler) auch Martin Lochbihler (CSU). Wobei Letzterer von den Verantwortlichen den Mut forderte, Veranstaltungen sterben zu lassen, wenn die Resonanz zu gering sei.

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