2003 wurden weniger Patienten ambulant versorgt

Von Brigitte Unglert-Meyer, Markt Rettenbach/Ottobeuren - Mit großer Sparsamkeit will die Ambulante Krankenpflege Ottobeuren-Markt Rettenbach auf den gewaltigen Einbruch der Pflegeaufträge im vergangenen Jahr reagieren. Vorsitzender Dr. Wulfram Krainhöfner rief in der gut besuchten Mitgliederversammlung im Ottobeurer Pfarrheim aber auch zur ehrenamtlichen Mitarbeit auf, um damit dem starken Wettbewerb gegenzusteuern. Der neue Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Kreisklinik Ottobeuren, Professor Dr. Ulrich Baumgartner, referierte über Darmerkrankungen. Geschäftsführerin Elke Kunze, auch ehrenamtliche Zweite Vorsitzende, legte die unerfreuliche Entwicklung im Jahr 2003 dar: Für viele Tätigkeiten sei die Kostenerstattung seit Jahren schon gleich geblieben, was auch vielen anderen Sozialstationen in Schwaben Probleme bereite. Leistungen seien von Patienten nicht mehr in Anspruch genommen worden, weil sie in die Zuzahlung gekommen wären. Dazu kommt laut Kunze, dass die Mitgliederzahl von 851 auf aktuell 772 zurückgegangen sei. 44 Mitglieder verstarben. Im Durchschnitt seien 10 bis 15 Patienten weniger zu versorgen gewesen. Trotz beachtlichem Überstundenabbau und Freistellung von zwei der vorher 21 Mitarbeiterinnen, so Kunze weiter, sei ein Jahresfehlbetrag von rund 30000 Euro entstanden. Erfreulich fand sie dagegen den eingegangenen Zuschuss für das neu angeschaffte Auto, gespendete Sicherheitswesten und ein Dienstfahrrad.

Mensch bleibt nicht auf der Strecke Der sehr abgespeckte Haushaltsansatz 2004 (von fast 580000 Euro 2003 auf 386700 Euro für die Ausgaben) trage der neuen Lage Rechnung. Trotz aller wirtschaftlicher Aspekte dürfe aber der Mensch nicht auf der Strecke bleiben, darin waren sich Kunze und Krainhöfner einig. Als eine Möglichkeit der Mitgliederwerbung bot Böhens Bürgermeister Hans Gropper den 'Böhener Boten' an. Franz-Josef Rau wurde Nachfolger von Kassenprüfer Georg Altenried. Nach nunmehr 22-jähriger Tätigkeit wurde Altenried mit einem Präsent verabschiedet. In seinem Vortrag über Darmerkrankungen ging Baumgartner ohne große Umschweife auf äußerst unangenehme Probleme ein, über die man sonst nicht gerne spricht. Er zeigte Hilfen für Patienten mit Stuhlhalteschwäche auf. Um diesen Beschwerden zu begegnen, könne man etwa seine Essgewohnheiten ändern, die Beckenboden-Muskulatur trainieren oder verschiedenste operative Eingriffe erwägen. Er ermunterte dazu, die Vorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen.

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