1700 Gläubige feiern Primiz in Lachen

Von Franz Kustermann, Lachen - 'Das Priestertum ist recht und fein, doch eigentlich solltest du Landwirt sein': Dieser Spruch stand nach Aussage des Festpredigers, Pfarrer Walter Böhmer, am 1. Mai 1994 auf der Straße vor Christoph Hänslers Elternhaus geschrieben. Zehn Jahre danach hat Hänsler gestern mit 26 katholischen Pfarrern, 24 Seminaristen, 55 Ministranten, drei Chören, der örtlichen Musikkapelle und rund 1700 Gläubigen in Lachen seine Primiz gefeiert. Kirchenpfleger Hubert Riegg hatte zusammen mit dem Bruder des Primizianten, Matthias Hänsler, und zahllosen Helfern das Fest mit viel Hingabe vorbereitet. Noch schöner hätte die Feier werden können, wenn es nicht so nass und kalt gewesen wäre. Doch entmutigen ließ sich dadurch keiner der anwesenden Gäste: Ein Teil eines großen Zeltes bildete südlich der Kirche einen würdigen Altarraum, geschmückt mit gelben und weißen Blumen. Zahllose Bierbänke standen bereit und ein Meer von Regenschirmen breitete sich darüber aus. Die Gläubigen ließen sich nicht davon abhalten, dem Neupriester aus der Gemeinde die Ehre zu erweisen. Unter den Klängen der Musikkapelle wurde der Neupriester vom Elternhaus abgeholt.

Weiße Taube als Friedenssymbol Der Gemischte Chor (Leitung Anton Kößler), der Kirchenchor Lachen (Robert Hentschel) und der Cantus-Firmus-Chor (Pater Maurus) haben die Primiz musikalisch gestaltet. Kinder brachten verschiedene Gaben zum Altar und zum Zeichen des Friedens wurde eine weiße Taube in den wolkenverhangenen entlassen. Pfarrer Walter Böhmer erinnerte sich in seiner ergreifenden Festpredigt an eine Aussage Monsignore Philipp Madleners, der im Jahr 1987 die Gemeinde Lachen besucht hatte. Jener habe ihm damals geraten, er solle sich 'eine Elefantenhaut anschaffen und diese täglich feinsäuberlich pflegen'. Dies sei nötig, weil ein Pfarrer mit 'viel Menschlichem' konfrontiert werde. Massiv bemängelte Böhmer die sinkende Bereitschaft in den Gemeinden, zum Beichten zu gehen: 'Immer mehr Menschen suchen überall Hilfe, nur nicht dort, wo es wahre Hilfe gibt. Ein Psychiater kann eine Last nicht wegnehmen, das kann nur Gott.' Böhmer ermutigte den Neupriester, 'Gottes Ehre zu lehren, damit die Menschen zum Licht des Glaubens finden.' Bereits am vergangenen Dienstag hatte die Gemeinde dem Primizianten Christoph Hänsler einen begeisterten Empfang vor dem Pfarrhof bereitet. Anschließend wurde die 'Primiz-Stehle' geweiht, die anstelle eines früher üblichen Primiz-Kreuzes am Friedhof aufgestellt wurde. Nach dem Gottesdienst gab es im Lachener Pfarrhof einen Stehempfang.

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