100 Jahre füreinander und für andere da

Holzhausen (löb). - 'Für andere da sein, füreinander da sein', dies ist seit nunmehr 100 Jahren das Motto von Regens Wagner Holzhausen. Nach dem Tag der offenen Tür vor einigen Wochen und der Eröffnung einer Ausstellung zu 100 bewegten Jahren 'Magnusheim' stand nun als Höhepunkt der Feierlichkeiten der Festakt mit einer Fülle von zum Teil namhaften Gästen an. Der Tag begann mit einem Festgottesdienst, den Domdekan Konstantin Kohler mit Prälat Günther Grimme, Monsignore Hans Frieß und Pfarrer Adelhelm Bals im Beisein von Pfarrerin Bärbel Ehrmann und Pfarrer Thomas Lichteneber zelebrierte. Betreuer und Betreute des Magnusheims trugen zur Gestaltung des sehr familiären Gottesdienstes bei. Die Gruppe 'Fortissimo' unter der Leitung von Anette Böckler umrahmte die Messe musikalisch. 'Eine große Herausforderung in der heutigen Zeit' sei die Führung einer solchen Einrichtung 'in einem Umfeld äußerst knapper Ressourcen', sagte der Domdekan in seinen Schlussworten. Deshalb sei das Engagement aller in der Einrichtung Beschäftigten nicht hoch genug einzuschätzen.

'Gute Nachricht' 'Eine gute Nachricht' hatte Hans Frieß, der Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, zu Beginn des von Musikgruppen des 'Magnusheims' umrahmten Festakts: 'Das Verfahren der Seligsprechung für Regens Wagner ist genehmigt', sagte er. Für Frieß soll diese 100-Jahr-Feier vor allem auch an Wagner erinnern. So habe dieser bereits 1885, als ihn sein Nachfolger Magnus Niedermaier am Krankenbett besuchte, eindringlich gebeten: 'Lieber Bruder, verlassen sie meine Taubstummen nicht.' Auch solle das Fest alle Schwestern ehren, die anfangs unter größten Schwierigkeiten in der Holzhausener Einrichtung gelebt und gearbeitet hätten. 'Ist jemand mit 100 jung genug, um auch morgen gefördert zu werden?' Mit einem eindeutige 'Ja' beantwortete der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel seine eigene rhetorische Frage. Die Regens-Wagner-Stiftung verdiene großen Dank und Anerkennung dafür, dass sie es behinderten Menschen ermöglicht, wirklich zu leben und nicht nur zu vegetieren. Der Landsberger Landrat Walter Eichner war nicht mit leeren Händen gekommen. Sein 'Geburtstagsgeschenk' war ein Geldbetrag für das neue Therapiezentrum. Eichner zufolge ist das 'Magnusheim' ein Ort, an dem Schule, Beruf und Zusammenleben in idealer Weise verbunden sind. Ebenso wie Eichner sprach auch Prälat Günther Grimme, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, die für soziale Einrichtungen immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen an. 'Immer mehr Aufgaben werden von oben nach unten delegiert', so Grimme, 'ohne entsprechende finanzielle Ausstattung.'

Aus alter Mühle entstanden In einem bunten Rückblick ließ der Arbeitskreis Geschichte, bestehend aus Schwester Willehad Gradl, Gertrud Driendl, Gabriele Kirschner, Joachim Drechsel, Dr. Werner Fees-Buchecker und Karl Haltenberger die wechselhaften und manchmal schwierigen Zeiten des Magnusheims während seines 100-jährigen Bestehens kurz aufleben. Von den Anfängen nach dem Kauf der alten Mühle in Holzhausen, die sich 'in einem beklagenswerten Zustand' befand, bis zur heutigen Einrichtung mit zeitgemäßen Wohngemeinschaften und einem modernen Therapiezentrum reichte der Bogen. Der Arbeitskreis hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Geschichte des 'Magnusheimes' auseinander gesetzt und auch eine Chronik erstellt.

Trotz allem optimistisch Einen vorsichtigen Ausblick in die Zukunft wagte Ulrich Hauser, der Leiter von Regens Wagner Holzhausen zum Abschluss des offiziellen Teils. Sorgen machten ihm vor allem die Jugendlichen, die die Schule verlassen und keinen Arbeitsplatz finden. Trotzdem zeigte er sich optimistisch: 'Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, Gott geht mit uns'.

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