100 Jahre alt - und doch immer ganz jung

Marktoberdorf(gb). - Jeder Geburtstag ist ein Grund zum Feiern. beim hundertjährigen aber ist ein großes Fest angesagt. Der Kindergarten St. Martin hat dieses Alter erreicht und viele kamen zum Gratulieren. Unter den Gästen war auch Schwester Engratia Bollmann, die 22 Jahre den Kindergarten leitete. Am Beginn dieses Festtages stand ein Wortgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Martin, den Pfarrer Alwin Holdenrieder hielt und der unter dem Motto stand: Wir sind eine Gemeinschaft'. Nach einer Spielszene, bei der sich Hochzeitsgäste schäbig benommen hatten, stellte der Priester in einem Predigtgespräch heraus, dass es in einer funktionierenden Gemeinschaft auf jeden Einzelnen ankomme.

Begrüßungsgedicht von damals Beim Festakt in der Aula der zum Kindergarten benachbarten Grundschule St. Martin wurden die Festgäste mit dem Lied 'Ich will dich begrüßen' willkommen geheißen. Die Leiterin des Kindergartens, Christine Burkhardt, freute sich über die großen Anteilnahme. Sie hatte in der Chronik das Begrüßungsgedicht zur Eröffnung der Einrichtung vor 100 Jahren gefunden, das eine Kindergruppe in gekürzter Form vortrug. Eine zweite Gruppe zeigte mit einem schwungvollen Rap, wie heutzutage begrüßt wird. 'Der Kindergarten hat nicht 100 Jahre geschlafen wie das Dornröschen', meinte Burkhardt, als sie das Märchenspiel ankündigte. In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Werner Himmer, dass im Jahr 1904 zwei Spenden in Höhe von 33 000 Mark den Bau des Kindergartens ermöglicht hätten. 'In späteren Jahren kam dann noch ein Vermächtnis von Frau Theresia Weißenbach hinzu', ergänzte er. Die Personalkosten seien damals sehr bescheiden gewesen. So habe die von den Armen Schulschwestern abgeordnete Aufsichtsschwester - bis 1920 hieß der Kindergarten 'Kinderbewahranstalt' - ein Salär von 400 Mark im Jahr erhalten. Trotz der heute erhobenen Gebühren müsse die Stadt - 'und sie bringt es gern auf', so Himmer - pro Kind rund 1600 Euro zuschießen. Mit einem Zitat von Winston Churchill: 'Es ist einfacher eine Nation zu regieren als vier Kinder zu erziehen!', wies der Bürgermeister auf die höchst anspruchsvolle Aufgabe hin, 'tagtäglich Kinder Kinder sein zu lassen und sie gleichwohl auf die Anforderungen des Lebens und auf die Welt der Erwachsenen vorzubereiten'. In diesem Zusammenhang dankte er den Erzieherinnen Christine Burkhardt, Claudia Eitler, Inga Strobel, Sylvia Reichart und der Praktikantin Susanne Fischer für ihre engagierte pädagogische Arbeit. Mit einem gemeinsamen Mittagessen begann das Nachmittagsprogramm. Zwei Kindergruppen des türkischen Elternvereins zeigten Tänze in farbenprächtigen Nationaltrachten. In der Turnhalle konnten die Kleinen an einer Spielstraße ihre Geschicklichkeit beweisen. Die Eltern ließen es sich bei Kaffee und Kuchen und Musik der Kirchenband K 2 von St. Martin gut gehen.

Chronik neu geschrieben Der Tag der offenen Tür fand ebenfalls großes Interesse. Besonders der Chronik des Kindergartens wurde viel aufmerksamkeit geschenkt. Da das Original nicht mehr zur Verfügung steht, hat sich Schwester Engratia Bollmann 'viel Arbeit gemacht, zusammen mit ehemaligen Mitarbeitern und anderen Helfern eine neue Chronik zu erstellen', erfuhren die Besucher. Eifriges Suchen nach Bekannten lösten die zahlreichen Fotos der Kindergartengruppen aus den Jahren 1926 bis heute aus. Eine Zaubervorführung beendete diese gelungene Geburtstagsfeier.

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