Wiesmuseum
Wiesmuseum: Perlen passend präsentieren

'Wir sind hier naturgemäß etwas beengt', sagt Museumsleiter Helmut Schmidbauer beim Gang durch das Wallfahrtsmuseum der Wies im zweiten Stock des Prälatenbaus. Die lückenlos erhaltenen Dokumente und historischen Zeugnisse der Bruderschaft zum Gegeißelten Heiland der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, war 1988 der Beginn der Ausstellung durch die 'Freunde der Wies'. 'Da liegt nun eine Menge Arbeit vor mir, um unsere Schätze in ein Museumskonzept einzubauen.' Der Heimatpfleger des Landkreises Weilheim-Schongau betreut auch das Stadtmuseum Schongau.

Mitte des Jahres konnte er für die Aufgabe gewonnen werden, und sein Ziel ist, auch im Hinblick auf Zuschüsse zum schmalen Budget, die Ethik-Richtlinien des Museumsrats der Unesco-Kommission umzusetzen.

Mit einer Reihe Ehrenamtlicher ist auch an eine Ausweitung der Öffnungszeiten gedacht, und Führungen zu verschiedenen Terminen werden angeboten. Die Überfülle beispielsweise an Devotionalien solle exemplarisch gezeigt werden, der Rest kommt ins Depot, aus dem wiederum einiges wechselweise ans Licht kommt. Ausdünnen und verdichten ist das Konzept, die Sammlung zu einem Museum mit öffentlichem Anspruch zu gestalten.

Im Hauptraum weisen die Bruderschaftsstangen zur Prozessionsfigur und zu den Votivgaben und -Bildern an den Seiten. Unter den Originalen aus den Anfängen der Wallfahrt gibt es Kostbarkeiten wie das erste Mirakelbuch von 1746, als erst die kleine Kapelle stand oder das Gemälde der Übertragung der Gnadenfigur.

Von Dominikus Zimmermann ist nicht nur der Eintrag als Mitglied der Bruderschaft zu sehen, auch das Votivgemälde, das der Baumeister zum Dank malte und ein seltenes eigenes Aquarell seiner Kirche. In der Schatzkammer mit liturgischen Geräten ziehen die beiden prachtvoll gestalteten Reliquiare mit Reliquien der Geißelsäule aus Sta Prassede in Rom den Blick an. Auch der schwäbische Heimatdichter Peter Dörfler wird gewürdigt. Schon als Kaplan in Steingaden schrieb er 1907 in seinen Betrachtungen: 'Die Wies ist ein Stück Himmel auf dieser leidvollen Erde.'

Dankesgaben gibt es bis heute

Das Museum lohnt den Besuch zur Vertiefung in die Frömmigkeit und Wallfahrt, die auch nach mehr als 270 Jahren geistliches Fundament der berühmten Kirche bleibt. Dankesgaben für erhörte Gebete erhält Prälat Georg Kirchmeir bis heute: 'Schaun Sie, das wird dies Jahr unser Weihnachtsbild', sagt er im Vorbeigehen und zeigt ein kleines Babyfoto zum Dank für die glückliche Entwicklung eines Frühchens.

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