Ausstellung
In Kempten zeigen 33 bayerische Künstler inspirierende Fotografien, Videos und Installationen

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'Bilder müssen geheimnisvoll sein', hat der aus Lettland stammende Künstler Mark Rothko (1903 – 1970) einmal gesagt. An seine wunderbar, oftmals ineinander verschwimmenden monochromen Farbflächen erinnert Alf Setzer in seiner Video-Arbeit 'Rothko-Flimern'. <%IMG align='right' id='721712' title='Schauen und staunen'%>

Über drei Minuten lang flimmern vertikal ausgerichtete Farbflächen über den Bildschirm im Foyer des Hofgartensaals in der Kemptener Residenz. Den grundlegend meditativen Charakter dieser Farbhorizonte, die durch sprunghafte Farbbänder und Unschärfen gekennzeichnet sind, durchbricht ein lautes Klacken des Video-Beamers. Setzers feinsinnige Arbeit ist eine von 33 Werken, die im Rahmen der Ausstellung &bdquo;Belichtet&ldquo; des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) stimulierend wirkt.

<%IMG id='721713' title='Schauen und staunen'%>Nach 2008 und 2010 ist es die dritte Schau des BBK-Landesverbands Bayern, die erstmals außerhalb Münchens stattfindet. Und diesmal stehen Fotografie, Video und Installation im Mittelpunkt. Die alleinige Beschränkung auf diese künstlerischen Ausdrucksmittel und die hohe kreative Qualität machen 'Belichtet' zu einer äußerst sehenswerten Schau. Pit Kinzer aus Markt Rettenbach ist mit zwei exquisiten Arbeiten vertreten und zeichnet für den Ausstellungskatalog und -titel verantwortlich. Mit Mitstreitern vom BBK Schwaben-Süd hat er Innenhof, Foyer und Hofgartensaal klug bespielt. Die 33 Werke haben viel Raum zum Atmen; dies erweist sich als belebend.

Meditation und Zerstörung

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<%IMG id='721714' title='Schauen und staunen'%>Bemerkenswert sind die Video-Arbeiten. Neben dem gebürtigen Allgäuer Alf Setzer besticht Gregor Passens (München) mit seinem meditativen Video 'wake up': Ein Berg spielt sich in der Morgendämmerung in einem See wider. Irgendwann gibt es über dem Gipfel ein kleines Feuerwerk. Ganz anders inspirierend Oh-Seok Kwon: In seiner Videoarbeit 'BrückenHaus' zeigt der Münchner Künstler den Abriss eines Wohnhauses, und wie aus dem Abbruchmaterial eine Brücke entsteht.

Die zerstörerische Kraft des Abrissbaggers ermöglicht so die Schaffung eines Neuen. 'Tambosi' nennt Johannes Karl (München) seine virtuose und gewitzte, achtminütige Videoanimation, in der er ein historisches Gemälde zerlegt und auf neue Art wieder zusammensetzt.

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Sinnlich-abstrakt ist die zweiteilige Fotografie 'Hutwanderung' von Klaus von Gaffron (München), während der Regensburger Martin Rosner mit seinen Arbeiten 'cell-phone' (n233, s278) unterstreicht, dass auch die Fotokamera eines Handys Ausgangspunkt für tiefergehende ästhetische Aussagen sein kann. Auch andere Fotografien, etwa von Elizabeth Steinhauser ('von innen heraus') ziehen den Blick des Ausstellungsbesuchers auf sich. Anziehend auch die einfache, aber ansprechende 'Kokons'-Bodeninstallation der Würzburgerin Georgia Templiner, die ihre Arbeit aus Wertstoffhofsäcken, Tesafilm und Beleuchtungsmitteln fertigte.

Allgäuer Künstler beeindrucken

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Einen durchweg starken Eindruck hinterlassen die Arbeiten der fünf beteiligten Allgäuer BBK-Künstler. Pit Kinzer hat seine berühmten Gerngroß Models 'auf die Walz geschickt': In 24, zu einem großen Tableau zusammengefügten Schwarz-Weiß-Fotografien lässt er seine Models in der Wirklichkeit ankommen. Und der Betrachter muss genau hinschauen, was real und was fiktiv ist.

Oder besteht die Wirklichkeit nicht immer aus beidem? Im Residenz-Innenhof bringt Kinzer zudem an einer Fassade XXL-Schwimm-Models zum 'Fliegen'. Atmosphärisch dicht und virtuos komponiert sind die Fotoarbeiten von Bruno Wank aus Görisried (Arabischer Frühling, Roter Platz Moskau) und Florence Bühr aus Kempten (No Safety Net, You Can’t Build Fences Around Life).

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Und mit Dunkelheit und Licht spielt auf faszinierende Weise Alto Gmelch in seiner Installation 'Licht – Nichtlicht': Der Nesselwanger hat im Residenzhof ein 'schwarzes Würfelhaus' installiert, in dem wiederum ein Würfelobjekt aus Blechteilen zu finden ist, von dem ein zauberhaftes Lichtspiel ausgeht. Das famose Allgäuer Quintett vervollständigt der bereits erwähnte in Stuttgart lebende Alf Setzer. So ist 'Belichtet' eine erfrischende, gehaltvolle Schau. Zwei Dinge sollten Besucher aber mitbringen: Offenheit und Zeit.

Öffnungszeiten (bis 29. Oktober): Dienstag bis Freitag 15-18 Uhr, Samstag und Sonntag 12-18 Uhr.

 

 

 
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