Auszeichnung
Der Immenstädter Autor und Lehrer Gerhard Dick (62) erreicht beim Schwäbischen Literaturpreis den 2. Platz

Der Ruhm steigt ihm nicht zu Kopfe. Die zwei bedeuten-den Auszeichnungen, die der Immenstädter Autor Gerhard Dick in diesem Jahr erhalten hat, sieht er schlicht als eine 'schöne Bestätigung, dass der augenblickliche Stand der Dinge von Fachleuten anerkannt' werde. Am Dienstag nimmt der 62-jährige Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch in Augsburg den mit 1500 Euro dotierten zweiten Preis beim Schwäbischen Literaturpreis 2011 entgegen. Bereits im Sommer erhielt er den zweiten Preis des international renommierten Würth-Literaturpreises.

'Vom Lauf der Dinge' ist die aktuelle preisgekrönte Erzählung betitelt. Gerhard Dick beleuchtet darin das zunächst scheinbar friedliche Zusammenleben in einem – wohlgemerkt fiktiven – Dorf. In dem Ort gibt es aber eine Person, die anders ist, was an Kleinigkeiten erkennbar wird.

Der Tod verkehrt die dörfliche Idylle allmählich in ihr Gegenteil. Damit habe der versierte Autor Dick eine sorgfältige Heimatstudie vorgelegt, urteilte die Jury.

'Ich mache keine verkopften Geschichten', sagt der Preisträger. Er sei kein 'modernistischer Autor', der bewusst Erzähltechniken verwende, auch wenn er beim Schreiben und Ausfeilen, zugegeben, 'perfektionistisch' sei. 'Es dauert lang, bevor ich schreibe', erklärt Dick den Schaffensprozess.

Er lebe dann in einer Art Doppelwelt: Die Figuren seiner Geschichten sind in seinem Kopf, bewegen sich, verändern sich. So wie in den Erzählungen, an denen er gerade arbeitet.

Er favorisiert Kurzgeschichten

Es sind immer dieselben Personen in voneinander unabhängigen Geschichten, die kleinen Konflikten ausgesetzt werden. Die kleine Form wie Gedichte und Kurzgeschichten sei 'praktikabler', so Dick. Denn viel freie Zeit bleibt dem zweifachen Familienvater und Pädagogen, der sich 'voll' in seinem 'Primärberuf' engagiert, nicht.

'Ich gehe immer noch mit einer wahnsinnigen Freude in den Unterricht', sagt Dick, der ein wenig ins Schwärmen gerät, wenn er sagt: 'Ich habe jetzt sehr liebe Klassen.' Und er engagiert sich über den Unterricht hinaus, veranstaltet Theater- oder Balladenabende, deren Texte er oft selber schreibt. Ob er eine Lehrerpersönlichkeit sei? Dick antwortet vorsichtig: Vielleicht insofern, weil er das, was ihn interessiere, in den Unterricht einbringe. Und das ist eben die Literatur, die ihn seit seiner Schulzeit in Bad Reichenhall fasziniert.

Geweckt wurde die Begeisterung schon im Kindesalter durch die 'Zweisprachigkeit' in seinem Elternhaus: Die Mutter kam aus Königsberg, der Vater war ein echter Oberbayer aus Pfaffenhofen/Ilm. Gerhard Dick schrieb für die Schülerzeitung, veröffentlichte erstmals mit 16 Jahren ein Frühlingsgedicht in einer Anthologie, setzte sich mit Musik und Texten in einer Schülerclique auseinander, der auch der spätere Kabarettist und Liedermacher Georg Ringsgwandl angehörte.

Während seines Studiums der Germanistik, Anglistik und Romanistik in Freiburg wurde Gerhard Dick freilich 'immer kritischer und schrieb immer weniger'. Erst vor knapp 20 Jahren begann er wieder häufiger, Texte zu verfassen. 2008 veröffentlichte er seinen ersten Roman 'Die Nudistenwallfahrt'.

Hat er Vorbilder für seine Arbeit? Nein, sagt der Autor. Ihn interessierten stets nur bestimmte Facetten von Dichtern wie Sebald, Kafka oder Fontane – vor allem dann, wenn einer 'sehr nah an den Menschen herangeht'.

Derzeit schreibt Gerhard Dick an einem Jugendroman, der schon fast fertig ist. Und an einem 'ultimativen Allgäu-Krimi', der aber nicht traditionell Verfolger gegen Verbrecher ausspiele

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