DEL 2
Joker zurück in der Erfolgsspur - ESVK schlägt Tölzer Löwen in Overtime

ESV Kaufbeuren gegen Tölzer Löwen lautete die Begegnung am Freitagabend in der erdgas schwaben arena. Die Joker, die in der Kürze der Zeit noch keinen Ersatz für Sören Sturm und Branden Gracel verpflichten konnten, mussten gegen die achtplatzierten Tölzer Buam weiterhin auf den verletzten Florian Thomas verzichten, außerdem fielen auch noch Yannik Burghart und Maximilian Hops auf Grund eines positiven Coronatests aus. Zu hoffen war, dass die etwas längere Verschnaufpause dem ESV den nötigen Schwung für den lang ersehnten Sieg geben würde. Das Tor hütete von Beginn an Stefan Vajs.

Torgefahr Mangelwahre 

Ein entschlossener Start der Rotgelben bescherte Ihnen auch direkt gute Chancen durch die Youngster Markus Schweiger und Leon Van der Linde, die Jimmy Hertel im Tor der Tölzer aber klären konnte. Auf der anderen Seite kommen die Gäste zu einer ersten Topchance, nachdem Goldhelm Lubor Dibelka auf den im Slot lauernden Markus Eberhardt passte, der aber aus kürzester Distanz von Stefan Vajs abgefrühstückt wurde. Die erste Hälfte des Startdrittels verlief zwar torlos, aber schnell, flüssig und kurzweilig, mit Vorteilen auf Seiten der Hausherren. Mangelware blieb aber die klare Torgefahr eines der beiden Teams und wenn sie kam, wurde meist der eine Pass zu viel gespielt, vor allem als nach knapp zehn Minuten Sami Blomqvist allein vor Jimmy Hertel auftauchte, anstatt des Abzugs den Pass zu Joey Lewis tätigte, für den der Winkel zu spitz wurde. Tyler Spurgeon wurde dann stark von Markus Schweiger angespielt, zog direkt ab, doch das Hartgummi knallte an Hertel´s Beinschiene. Die Joker hatten das Spiel nun weitestgehend im Griff, konnten aber bislang keinen Profit daraus schlagen. Thomas Merl prüft zwar mit einem freien Schuss in der 15. Minute die Reflexe von Stefan Vajs, ansonsten ging es aber nur noch auf das Löwen Tor. Jimmy Hertel konnte Schüsse am Fließband abwehren und als ihn Joey Lewis dann endlich überwinden konnte, ging der Puck einmal mehr in dieser Saison an die Torlatte. Dann der Auftritt von Kapitän Tyler Spurgeon, der sich die Scheibe in der neutralen Zone schnappte und dann mit dem Kopf durch die gesamte Tölzer Abwehrwand rannte, es folgte eine zielgenaue Rückgabe auf den mitgelaufenen Markus Schweiger und der haute das Ding zur 1:0 Führung in 18. Minute in die Maschen. Kurz vor der Pause hatte Joey Lewis beim Abstauben eines Blomqvist Schusses noch den zweiten Treffer auf dem Schläger, es blieb aber bei der knappen Führung mit einem Tor für Rotgelb.

Offener Schlagabtausch 

Die Tölzer Löwen hatten sich klar vorgenommen das zweite Drittel offensiver zu Beginnen als das Erste, doch die Joker machten ihre Sache in der Rückwärtsbewegen gut und gaben den Gästen keine Freiräume. Ein Schuss von Ian Brady kam dann aber doch durch und Dieser rutschte abgefälscht nur haarscharf am Ausgleich vorbei. Im direkten Gegenzug aber dann der bislang schönste Joker-Angriff im zweiten Drittel, der über Philipp Krauß und Sami Blomqvist erst wie am Schnürchen lief, perfekt weiter zu Alex Thiel wanderte und dessen schöner Schuss traf schon wieder nur das Torgehäuse. Die Hausherren zwar erneut im Pech aber in der Folge mit Rückwind und viel Scheibenbesitz. Das erste Powerplay des Abends durften aber die Tölzer spielen, nachdem Tobias Echtler in der 27. Minute wegen Haltens vom Eis musste. Die Löwen zwar mit einigen Überzahlspezialisten, aber ohne den Ausgleich, weil der ESVK leidenschaftlich verteidigte. Weiter ging es mit einem offenen Schlagabtausch, wobei Sami Blomqvist zwei vielversprechende Abschlüsse auf Jimmy Hertel brachte, aber eben nicht an ihm vorbei, was sich in der 33. Minute rächte. Über Merl und Brandl wurde die Scheibe ins Zentrum zu Lubor Dibelka gespielt, dieser hatte zu viel Platz und machte mit einem platzierten Direktschuss den Ausgleich. Danach aber wieder Kaufbeuren mit mehr Torgefahr und einem Tyler Spurgeon der fast jedes Bully gewann. Eben nach so einem Bullygewinn landete die Scheibe bei Fabian Koziol der von der Blauen Linie draufhielt, Spurgeon fälschte gut ab und das Hartgummi ging tatsächlich erneut an das Torgehäuse, unglaublich. Die Joker setzten sich nun in der Angriffszone fest, mussten aber wegen zu vielen Feldspielern auf dem Eis, nochmals in die Unterzahl, in der die Löwen jeden Schuss nehmen, aber der ESVK durch Markus Schweiger und Max Oswald die beste Chance auf einen Treffer hatten. Vor der Sirene schossen aber die Gäste noch das nächste Tor und das war aus Joker Sicht einfach nur tragisch. Tobias Echtler verlor im Zweikampf seinen Helm und musste runter vom Eis, dadurch steht Cam Spiro mutterseelenallein vor Vajs, wird angespielt und trifft zum 1:2 wenige Sekunden vor der zweiten Pause.

Spiel geht in die Overtime 

Im Schlussdrittel hieß es Ruhe und Nerven bewahren für den ESVK. Irgendwann mussten die Schüsse doch einmal reinfallen, die vielen Chancen sich endlich auszahlen. Beide Teams lauerten auf Fehler des Gegners, größter Aufreger in der Anfangsphase war ein Schuss aus der Drehung von John Lammers der an den Außenpfosten ging. Pascal Aquin, der Tölzer Neuzugang aus Selb, nahm auch jeden Schuss den er kriegen konnte, setzte diese aber meist über das Tor. Besser machte es dann endlich John Lammers in der 47. Minute, als das Spielgerät erst wie aus dem Lehrbuch über Spurgeon, Schweiger und Thiel lief und dann am langen Pfosten von Kaufbeuren´s Goldhelm zum Ausgleich versenkt wurde. Wieder kam in die Drangphase der Joker eine Strafzeit gegen Tobias Echtler und wieder zeigten die Hausherren ein starkes Penaltykilling in dem John Lammers und Tyler Spurgeon gleich mehrmals gefährlich vor Jimmy Hertel kamen. Nach einem unübersichtlichen Gewusel vor Vajs, half der Pfosten auch dem ESVK und verhinderte ein weiteres Tor für die Gäste. Gegenüber dann ein Abstimmungsfehler zwischen Jimmy Hertel und seiner Hintermannschaft, was erst John Lammers zu einer Topchance brachte und der Abpraller lag frei vor dem Tor, konnte aber wie auch immer nicht von Spurgeon hinter die Linie gedrückt werden. Es blieb dabei, die größte Schwäche des ESVK ist derzeit die Chancenverwertung. Dann ging es Schlag auf Schlag, Philipp Krauß umkurvte das Tor und spielte auf Lewis, dessen Schuss zu zentral auf Hertel einschlug, dann konnte ein Alleingang von Tyler Spurgeon und auf der anderen Seite von Lubor Dibelka, jeweils stark von den Keepern pariert werden. Langsam glich sich auch die Sache mit dem Glück aus, weil Cam Spiro sehr lange Maß nehmen konnte und den Puck dann an den Torpfosten zimmerte. Die letzten Minuten liefen und die waren hart umkämpft, Joey Lewis mit einem weiteren, sehr knapp am Tor vorbeifliegenden Abschluss und viel Tölzer Druck in den Schlusssekunden, aber mit keinem weitern Treffer in der regulären Spielzeit und so ging es für die Joker in die fünften Overtime innerhalb der vergangenen zehn Spielen.

Tyler Spurgeon erzielt Siegtreffer 

Auch in der Verlängerung ging es Coast to Coast, Ian Brady hatte den Siegtreffer in greifbarer Nähe, doch Stefan Vajs mit einer bärenstarken Abwehraktion. Die Hausherren etwas bissiger, wollten es etwas mehr, John Lammers zog ab, der Schuss wurde von Philipp Schlager geblockt, die Scheibe fiel vor das Tölzer Tor und wurde dort von Tyler Spurgeon zum Siegtreffer eingenetzt. Mehrere Steine konnte man von den Joker Herzen fallen hören, endlich ein Sieg. Vielleicht war der „Bock“ noch nicht in Gänze umgestoßen, aber er wackelte.

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