Illegale Autorennen
Mit über 100 km/h durch Kaufbeuren: Polizei geht gegen "Raser- und Autoposer-Szene" vor

Polizei (Symbolbild)
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Durchdrehende Reifen, überhöhte Geschwindigkeit und das Aufheulen von Motoren - die Raser- und Tuning-Szene findet in Kaufbeuren immer größeren Zulauf. Darauf hat die Polizei jetzt reagiert. Das Ergebnis sind über 80 Anzeigen bei bislang 12 Schwerpunktkontrollen.

Innerorts mit über 100 km/h: Kein Einzelfall

Das Hauptaugenmerk bei den Schwerpunktkontrollen lag nach Angaben der Polizei auf der Geschwindigkeitsüberwachung im Stadtgebiet. Bei den Geschwindigkeitsmessungen wurden oft Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h innerorts festgestellt. Nach Angaben der Polizei fuhren in 19 Fällen die Fahrer mit über 80 km/h. In acht Fällen fuhren die Fahrer über 90 km/h und in fünf Fällen sogar über 100 km/h. Die Höhe der Bußgelder erstreckt sich dabei von 50 Euro bis hin zu mindestens 400 Euro. Außerdem wurden viele Fahrverbote verhängt.

Zusätzlich wurden auch Fahrzeuge angezeigt, die rote Ampeln missachteten oder drifteten. Die Polizisten ahndeten auch das Aufheulen lassen von Motoren oder "unnötiges Hin und Herfahren".

Fünf Verfahren wegen illegaler Autorennen

Bereits fünf Strafverfahren hat die Polizei 2020 wegen illegaler Autorennen eingeleitet. Eines davon fand im April statt: Ein 25 und ein 30 Jahre alter Mann lieferten sich stadteinwärts in der Augsburger Straße ein Rennen. Die Beiden fuhren mit über 100 km/h. Laut Polizei beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft die Führerscheine und auch die Fahrzeuge der Männer. 

"Durch das provokante und teils aggressive Verhalten im Straßenverkehr riskieren die Beteiligten nicht nur ihr eigenes Leben und das ihrer Insassen, sondern gefährden vor allem auch unbeteiligte, unschuldige Verkehrsteilnehmer", klagt die Polizei an. Das oberste Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr werde dabei bewusst missachtet. Die Polizei verweist hier auf einen aktuellen Fall in Dresden: Dort hatten sich zwei Autofahrer mutmaßlich ein Autorennen geliefert. Ein ein sechsjähriges Kind kam dabei ums Leben.

250 kontrollierte Fahrzeuge: 28 Verstöße 

Rund 250 Fahrzeuge hat die Polizei bisher kontrolliert. Dabei konnte "eine Vielzahl unzulässiger Veränderungen an Fahrzeugen festgestellt werden." In den meisten Fällen waren es Änderungen der serienmäßig eingebauten Räder oder Fahrwerke. Es wurden aber auch unzulässige Abgasanlagen und andere Anbauteile montiert. Laut Polizei führte das bei einigen Autos "dieser Hobby-Tuner" zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. In den meisten dieser Fälle unterband die Polizei die Weiterfahrt. Zudem wurde ein Gutachten durch einen technischen Prüfer angeordnet. Neben den fälligen Bußgeldern haben die Verantwortlichen auch noch die Kosten für die Gutachten und den Rückbau ihrer Fahrzeuge zu tragen.

Polizei kündigt weitere Kontrollen an

Noch hätten die Kontrollen bei einzelnen Personen nicht den gewünschten Effekt gezeigt, meint die Polizei. Weil sich das Verhalten innerhalb der Szene bis jetzt noch nicht geändert hat, werden die Kontrollen bis auf weiteres fortgesetzt.

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