Frau war in Lebensgefahr
Mit Laserpointer geblendet! Hubschrauber muss Rettungseinsatz über Kaufbeuren abbrechen

Ein Unbekannter hat in der Nacht auf Samstag eine Besatzungsmitglied eines Hubschraubers bei einem Einsatz derart geblendet, dass der Einsatz abgebrochen werden musste. (Symbolbild)
  • Ein Unbekannter hat in der Nacht auf Samstag eine Besatzungsmitglied eines Hubschraubers bei einem Einsatz derart geblendet, dass der Einsatz abgebrochen werden musste. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Fabian Strauch
  • hochgeladen von Fabian Mayr

In der Nacht zum Samstag haben Polizei und Rettungsdienst in Kaufbeuren nach einer Frau gesucht, die sich in Lebensgefahr befand. Ein bislang unbekannter Täter hätte das beinahe verhindert. Er blendete ein Besatzungsmitglied eines Polizeihubschraubers mit einem Laserpointer, sodass der Einsatz des Hubschraubers abgebrochen werden musste. 

Hubschrauber muss landen 

Die Polizei und der Rettungsdienst suchten in den Kaufbeurer Wertach-Auen nach einer Frau, die sich in Lebensgefahr befand. Während der Polizeihubschrauber den Einsatzort mit einem Suchscheinwerfer ausleuchtete, kam es zu dem Angriff mit dem Laserpointer. Gerade als das Besatzungsmitglied den Scheinwerfer des Helikopters ausrichten wollte, wurde er von einem starken Laserpointerstrahl getroffen. Diese Blendung führte dazu, dass der Polizeibeamte kurzzeitig nichts mehr sehen konnte. Der Hubschraubereinsatz musste abgebrochen und das Besatzungsmitglied in ein Krankenhaus gebracht werden.

Gesuchter Frau geht es gut 

Glücklicher weise konnten die übrigen Einsatzkräfte den Einsatz abschließen. Der Frau geht es den Umständen entsprechend mittlerweile gut. Der Laserangriff kam laut Polizeibericht aus dem Bereich der Hans-Seibold-Straße. Eine sofortige Fahndungsmaßnahme nach dem Täter verliefen aber zunächst ergebnislos.

"Absolut unverständlich" 

Für Dr. Dominikus Stadler, Leiter der Abteilung Einsatz beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, ist dieser Angriff unbegreiflich: "Es ist für mich absolut unverständlich, wie jemand mutwillig Polizei- und Rettungseinsätze derart behindern kann, dabei die Gesundheit von Menschen schädigt und sogar das Leben der Besatzung aufs Spiel setzt. Für ein solches Verhalten gibt es keine Rechtfertigung".

Noch ist nicht sicher, ob der verletzte Flugtechniker Spätfolgen der Blendung davontragen wird. "Wir wünschen dem verletzten Besatzungsmitglied alles Gute für seine hoffentlich baldige und vollständige Genesung", so Dr. Stadler.

Hinweis der Polizei 


Die Hubschrauberstaffel der Bayerischen Polizei weist darauf hin, dass nachts Hubschrauber grundsätzlich nur bei schweren Straftaten, zu Rettungsflügen und bei Vermisstensuchen eingesetzt werden. Die Folgen einer Blendung von Besatzungsmitgliedern können schnell Verletzungen nach sich ziehen und im schlimmsten Fall auch den Absturz des Hubschraubers verursachen.


Die Kriminalpolizei Kaufbeuren ermittelt nun wegen Gefährdung des Luftverkehrs. Ein Vergehen nach §315a StGB kann mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden. Sachdienliche Hinweise zum Täter oder den Tatumständen erbittet die Kripo Kaufbeuren unter 08341-9330.

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