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Ermittlungen
Enkeltrickbetrüger (44) in Kaufbeuren auf frischer Tat festgenommen

Am Donnerstag, dem 09. März 2017, gab es in Kaufbeuren und im restlichen Ostallgäu insgesamt sieben erfolglose Anrufe, die auf einen versuchten Enkeltrickbetrug hindeuteten.

Mehr Erfolg hatte der Anrufer allem Anschein nach bei einer 73-jährigen Frau aus dem nördlichen Ostallgäu. Er gab sich als ihr Enkel aus und erzählte, dass er eine Wohnung günstig ersteigert hätte und jetzt schnell Bargeld benötigte. Auf die Frage, wieviel Geld er bekommen könnte, bot ihm die Frau 15.000 Euro an.

Nach diesem Anruf vergewisserte sich die Frau aber bei ihrer Tochter und es bestätigte sich der Verdacht, dass es sich beim Anrufer definitiv nicht um ihren Enkel handelt. Deswegen verständigte die Frau die Füssener Polizei und erklärte dazu sich bereit, ihre Rolle weiter zu spielen.

Bei einem weiteren Telefonat sagte sie zu, ihrem angeblichen Enkel die 15.000 Euro zu übergeben. Nach weiteren Kontrollanrufen haben die Dame und der Betrüger dann den Bahnhof in Kaufbeuren als Geldübergabe-Treffpunkt vereinbart. Bei der Fahrt nach Kaufbeuren wurde die Frau von Zivilpolizisten begleitet.

In einem weiteren Anruf teilte der angebliche Enkel mit, dass er nun im Stau stehen würde und seinen Rechtsanwalt zur Geldübergabe schickt. Deswegen wurde der Übergabeort in den Jordanpark verlegt. Als sich dort der angebliche Rechtsanwalt zu erkennen gab, wurde er von den Zivilkräften der Polizei Füssen und der Schleierfahndung Pfronten festgenommen.

Bei dem Geldabholer handelt es sich um einen 44-jährigen Mann aus Polen. Bei der Festnahme wurde er leicht verletzt und im Anschluss ärztlich versorgt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten wurde der Täter dem Haftrichter in Kempten vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ.

Die weiteren Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizei Kaufbeuren aufgenommen. Sie prüfen unter anderem, ob ein Tatzusammenhang zu anderen Fällen von Enkeltrickbetrügereien besteht.

In Falle eines Anrufes rät die Polizei:

  • Seien Sie misstrauisch wenn Verwandte oder Bekannte am Telefon Geldforderungen stellen.
  • Geben Sie keine Details zu ihren familiären und finanziellen Verhältnissen heraus.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen; beenden Sie das Gespräch in dem Fall.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen, zum Beispiel nach dem Namen seiner Mutter, und bestehen Sie auf die Beantwortung.
  • Halten Sie unbedingt zeitnah Rücksprache mit anderen Familienangehörigen. Melden Sie derartige Anrufe sofort der Polizei.
  • Scheuen Sie nicht davor die Notrufnummer 110 zu wählen.
  • Übergeben oder überweisen Sie keinesfalls Geld an Fremde.

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