Integration
Zurück in Deutschland: Afghanischer Flüchtling fängt Ausbildung im Ostallgäu an

Asylbewerber Marof K. in Kaufbeuren in der Kaiser Max Straße vor dem alten Rathaus, ihn begleitet Waltraud Schürmann.
  • Asylbewerber Marof K. in Kaufbeuren in der Kaiser Max Straße vor dem alten Rathaus, ihn begleitet Waltraud Schürmann.
  • Foto: Mathias Wild
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Marof ist ein zurückhaltender Mensch. Mit leiser Stimme berichtet der 33-Jährige, wie er es geschafft hat, ein Jahr nach seiner Abschiebung nach Deutschland zurückzukommen. Ohne Hilfe eines Unterstützerkreises mit Waltraud Schürmann an der Spitze hätte er wohl keine Chance gehabt. Die pensionierte Schulleiterin begleitete den Weg ihres Schützlings, den sie einst im Asylbewerberheim der Regierung von Schwaben im Ostallgäuer Rieden kennengelernt hat, intensiv. Sie kümmerte sich um nötige Papiere, schaltete die Politik ein und sammelte Geld, um Marofs Familie zu fördern.

Er war hier voll integriert, hatte fünf Jahre lang einen guten Job als Schweißhelfer bei der Burkhard-Gruppe in Kaufbeuren. Doch sein Asylantrag wurde abgelehnt. Fortan lebte er mit der Angst, die Polizei könne vor seiner Tür stehen. Am 3. Juli 2018 in der Früh war es tatsächlich so weit. Marof wurde aus seiner Wohnung in Kaufbeuren abgeholt. Über Memmingen ging es nach München und spät am Abend flog eine Maschine 69 Afghanen nach Kabul, begleitet von mehreren Polizisten, berichtet Marof.

Am 2. September beginnt er beim Betrieb von Melanie Pölt in Germaringen eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. Diese Anstellung war die Grundlage, um ein Arbeitsvisum für eine ganz legale Ausreise aus Afghanistan zu erhalten. Über die Ausländerbehörde bei der Stadt Kaufbeuren erhält der 33-Jährige laut Rechtsreferent Thomas Zeh nun eine Aufenthaltsgenehmigung, die für die Dauer seiner Lehrzeit - also drei Jahre lang - gelte. Marof freut sich darauf, in seine Wohnung zurückzukehren. Der Freundeskreis hatte sich in der Zwischenzeit um einen Zweitmieter gekümmert, der nun wieder auszieht. "Ich freue mich, zurück zu sein und ohne Angst schlafen zu können", sagt Marof.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Dienstagsausgabe unserer Zeitung vom 27.08.2019.

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Autor:

Renate Meier aus Kempten

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