Ein letztes Mal im Leben
"Wünschewagen" macht letzte Reise an Lieblingsort möglich

Vor dem Wünschewagen von Links Schwester, Bruder und Schwager von Frau E (unbekannt) Pfarrer Herrmann, Pfarrerin Steller mit Fahrgast Frau E.
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  • Vor dem Wünschewagen von Links Schwester, Bruder und Schwager von Frau E (unbekannt) Pfarrer Herrmann, Pfarrerin Steller mit Fahrgast Frau E.
  • Foto: Arbeiter-Samariter-Bund
  • hochgeladen von Corinna Sedlmeier

Am Wochenende war der "Wünschewagen" des Arbeiter-Samariter-Bundes im Allgäu unterwegs, um sterbenden Menschen noch einen letzten Wunschtraum zu erfüllen. 

In ganz Deutschland unterwegs

Der erste "Wünschewagen" wurde 2014 im Ruhrgebiet eingesetzt. Mittlerweile gibt es deutschlandweit knapp 20 dieser umgebauten Krankentransporter, die sterbenden Menschen noch einmal die Möglichkeit geben, eine letzte Reise zu ihren Lieblingsorten zu unternehmen. Auch im Allgäu ist seit 2018 ein "Wünschewagen" unterwegs. 

Ausflug in die alte Heimat

Am 09. Oktober holten drei Wunscherfüller Frau E. aus einer Pflegeeinrichtung in Kaufbeuren ab um sie zu einem letzten Ausflug abzuholen. Die 84-Jährige war bis zuletzt sozial sehr engagiert. Nach einem Herzanfall war sie körperlich nicht mehr fit genug um ihre Ehrenämter auszuüben. Das einzige was sie jetzt noch wollte, war ein würdiger Abschied von der Kirche und der Gemeinde. Allerdings befand sich die Gemeinde in Schongau, während Frau E. in Kaufbeuren im Pflegeheim lebte. Mit Hilfe des ASB "Wünschewagen" und den Wunscherfüllern konnte sie eine letzte Reise in ihre alte Heimat unternehmen, wo sie sich rührend von der Gemeinde verabschiedet wurde.

Noch einmal auf die Zugspitze

Herr S. war lange Zeit Bergführer in den Karpaten gewesen und hatte fast sein ganzes Leben in den Bergen verbracht. Kurz vor seinem Geburtstag hatte er den Wunsch noch einmal zur Zugspitze zu reisen. Die Wunscherfüller holten ihn am 10. Oktober von seinem Hospiz in Lindau ab und fuhren mit ihm zu Zugspitze, wo sie kostenlos mit der neuen Gondel zur Zugspitze hinauffahren durften.  Hier konnte Herr S. bei einer fantastischen Aussicht eine Zigarette genießen. 

Durch Spenden finanziert

Der "Wünschewagen" wird ehrenamtlich vom Arbeiter-Samariter-Bund betrieben. Die etwa 1.500 Euro teuren Fahrten werden durch Spenden und Sponsoren möglich gemacht. Mit an Bord sind immer sogenannte Wunscherfüller, die medizinisch-pflegerisch oder rettungsdienstlich geschult worden sind. Wünsche können vom Fahrgast selbst oder von den Angehörigen gestellt werden, entweder telefonisch oder unter www.wuenschewagen.de.

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