Einwände
Wirbel um Oggenried

Rund eineinhalb Jahre diskutierte der Gemeinderat über einen Flächennutzungs- und Bebauungsplan für den Ortsteil Oggenried. Bereits zwei Änderungen der Planung für das «Sondergebiet Biogasanlagen» wurden vorgenommen. Nun stand die Planung erneut auf der Tagesordnung. Nach teils heftiger Debatte wurde ein Teil der Änderungswünsche verworfen.

Nach langen Verhandlungen hatte das Gremium eine Einigung mit zwei Landwirten, die jeweils eine Biogasanlage mit dazugehörenden Einrichtungen in Oggenried bauen und planen, erzielt. Dafür wurden sogar privatrechtliche Verträge abgeschlossen. Dennoch mussten die beiden ersten Vorschläge für die Planung der Flächennutzung und der Bebauung nach Bedenken geändert werden. «Jetzt ist alles abgestimmt», hoffte Bürgermeister Andreas Lieb vor der erneuten Diskussion. Planer Gerhard Abt trug zunächst die Einwände der Träger öffentlicher Belange vor. Der Kreisbaumeister («Das Landschaft- und Ortsbild wird beeinträchtigt.») und die Untere Naturschutzbehörde («Unnötige Belastung des hochwertigen Landschaftsgefüges.») hatten zwar Bedenken. Da sie und andere Behörden aber nur Hinweise gaben, beschloss der Gemeinderat, diese zur Kenntnis zu nehmen und ihnen durch kleinere Änderungen entgegenzukommen.

Doch Fahrt nahm die Diskussion auf, als Abt die Einwände eines Landwirtes vorbrachte.

Dieser möchte keine Einschränkungen durch die Ausweisung von Sondergebieten hinnehmen und in der von der Gemeinde geplanten nicht privilegierten Hangkante gegenüber von Irsee einen Stall bauen. Zudem fordert er eine Verkehrsberuhigung für die Straße zwischen Oggenried und Eiberg sowie mehr Schallschutz - daran koppelte er als Grundstücksbesitzer seine Zusage für den Bau einer geplanten Umgehungsstraße, auf der die Gemeinde den Verkehr zu den Biogasanlagen leiten möchte.

Während der Schallschutz ausgebaut werden könne, lehnte der Gemeinderat die übrigen Forderungen entschieden ab. Eine Spielstraße oder ein verkehrsberuhigter Bereich zwischen zwei Ortsteilen sei geradezu absurd: Dort sei zumeist landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs, der dadurch beeinträchtigt werde - was den Antragsteller dann auch treffen würde, meinte Michael Stadler.

Der gewünschte Stall auf der Hangkante brachte dann die Gemeinderäte richtig in Wallung: Zwar meinte Josef Leonhart, dass der Stall landwirtschaftlich richtig sei, aber das übrige Gremium lehnte das Ansinnen verärgert ab. Der Plan sei extra aufgestellt worden, um den Hang von Gebäuden frei zu halten. Deshalb wäre die Genehmigung für einen Stall absolut ungerecht, so Georg Heinle.

«Ein Stall auf der Hangkante würde die gesamten Diskussionen der Vergangenheit überflüssig machen», erklärte Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner. Und Günther Oberweiler sprach von einem «Pokerspiel» des Antragstellers. «Als ernsthafte Bedingung kommt der Antrag nicht infrage. Wenn der Antragsteller deshalb die Umgehungsstraße ablehnt, schneidet er sich ins eigene Fleisch. Wir haben die Umgehungsstraße auch wegen ihm geplant.» Die Forderungen wurden mit einer Gegenstimme abgelehnt. Nun soll der Plan erneut ausgelegt werden. (fro)

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