Flower-Bauer
Wie die Landwirt-Familie Rock aus Kaltental-Frankenhofen von Kühen auf Kräuter umgestellt hat

Ein Leben in der Landwirtschaft hat viele Möglichkeiten: Man kann mit Milchkühen arbeiten, man kann Äcker bewirtschaften, man kann Menschen aus der Stadt Ferien auf dem Bauernhof bieten. Man kann auch Kräuter züchten. Das allerdings ist, zumindest im Allgäu, eine seltene Ausnahme - noch jedenfalls.

"Sie sind ja sozusagen die erste männliche Allgäuer Kräuterhexe." Bei dieser Feststellung muss Konrad Rock herzlich lachen. "Vielleicht so etwas wie ein Kräuter-Hexerich" Um neue Möglichkeiten zu erschließen, hat er sich extra ausbilden lassen zum Kräuterexperten. Ein Jahr hat die Ausbildung gedauert. Jetzt ist er stolz auf sein Wissen und erklärt Interessierten genau, welches Kraut wogegen gewachsen ist. Aber das ist nur ein Teil seines neuen beruflichen Daseins als Kräuter-Landwirt.

Vor zwei Jahren fassten er und seine Frau Vicky einen weitreichenden Entschluss: Die Kühe verkaufen, stattdessen Kräuter züchten. Einer der Gründe für diesen Schritt war der niedrige Milchpreis und die damit verbundene Suche nach Zukunftsperspektiven.

Ein Riesen-Schritt in einem Alter, in dem andere schauen, dass sich bloß nichts mehr ändert im Leben: Konrad ist jetzt 50, seine Frau 48 Jahre alt. Das hat damals viel Mut gekostet. "Damals" - das klingt so weit weg. Die beiden stehen eigentlich immer noch am Anfang, lernen jeden Tag dazu. Schließlich muss man auch in den Beruf des Kräuterzüchters - bildlich gesprochen - erst hineinwachsen, und das geht nicht von heute auf morgen.

Die Kräuterzucht der Familie Rock dient nicht dem Herstellen von Salat-Kräutern. Es geht nicht um Petersilie und Basilikum für die Küche. Davon könnte ein Betrieb dieser Größenordnung niemals leben. Es geht um den Flächenanbau von Wiesenkräutern und die Gewinnung von Saatgut. Dieses Saatgut wird dann beispielsweise an Autobahnböschungen verwendet, um aus dem tristen Grün ein fröhliches Bunt zu machen.

Nichtsdestotrotz sind es gesunde Kräuter, Heilkräuter, die die Rocks züchten. Eigentlich sei fast jedes Kraut für irgendetwas gut, sagt Konrad Rock, es kommt wie immer, "auf die Dosierung an." Spricht's, und beißt hinein in eines der Kräuter von seiner Anbauwiese.

Und damit streben die Rocks eine weitere Einnahmequelle an: Altes und neues Wissen über Kräuter weitervermitteln. Führungen - zum Beispiel mit Schulklassen, Vereinen oder Touristen - sollen die Menschen sensibel machen für das, was am Wegesrand wächst und was früher jedes Kind kannte. Gänseblümchen beispielsweise - lecker für zwischendurch und durchaus gesund. Und: Hübsch anzuschauen als Salatdekoration.

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