Forst
Waldverjüngung im Allgäu wird auf Wildverbiss untersucht

'Tanne. 1,40. Ohne. Vogelbeere. 87. Ohne. Weißtanne. 47. Mit.' Was kryptisch klingt, ist die derzeitige Arbeit von Thomas Schneid und Tarek Jaumann von der Bayerischen Forstverwaltung. Die Forstmänner untersuchen in den Westallgäuer Wäldern die Waldverjüngung, vor allem den Verbiss durch Schalenwild. Baumart, Höhe und Verbisszustand sind drei Werte, die die beiden dabei aufnehmen.

Das Reh ist ein Feinschmecker. Feine Knospen von jungen Bäumen sind für das scheue Waldtier ein wahrer Leckerbissen.

Sehr zum Leidwesen von Förstern und Jägern. Der Verbiss der Baumtriebe schädigt den Wald. Besonders mag das Reh die Knospen von Tanne, Weißtanne, Buche, Vogelbeere oder anderen Laubbaumarten.

Alle drei Jahre seit 1986 untersuchen die Förster der Bayerischen Forstverwaltung in Zusammenarbeit mit den Kreisjagdverbänden, den Hegeringen und den Inhabern der Jagdreviere die Vegetation im Wald, den Zustand der Jungbäume, ob sie verbissen wurden oder nicht und wenn ja, wie stark.

Daraus ergibt sich als Rückschluss, ob der Abschussplan für das Wild angehoben werden muss, gleich bleibt oder sogar gesenkt wird. 'Dies ist jedoch nur eine Aussage über die jeweilige Hegegemeinschaft und nicht über das einzelne Revier', stellt Thomas Schneid klar.

Für die Untersuchung wird Bayern mit einem Gitternetz überzogen. Der Abstand der Rasterpunkte beträgt 1,225 Kilometer auf 1,225 Kilometer. Dort liegt dann ein Messpunkt, dessen nächstgelegene Verjüngungsfläche untersucht wird.

In der Hegegemeinschaft Argental gibt es 40 Aufnahmepunkte. Thomas Schneid und Tarek Jaumann von der Bayerischen Forstverwaltung fahren diese mit den Revierinhabern an – an diesem Vormittag mit Jäger Dieter Immekus.

'Bereits mein vierter Besuch im Revier', sagt der Maierhöfener. Am Aufnahmepunkt wird eine 50 Meter lange Gerade gezogen und im Abstand von zehn Meter ein Messstab gesetzt. An den Messstäben suchen die Forstmänner 15 Jungbäume in Äserhöhe – also Bäume, die von einem Reh erreicht werden können.

Meist sind es Bäumchen mit einer Höhe von 20 Zentimetern bis 1,40 Metern.

Die Daten werden gesammelt und an die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising geschickt, die dann die Daten auswertet.

Das Endergebnis der Inventur soll 2013 feststehen.

Das Gutachten im Internet:

www.forst.bayern.de/jagd/forstliches-gutachten

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