Projekt
Waldkindergarten auf Probe bei Röthenbach

Niedrige Äste ersetzen die Garderobe, ein durchgesägter Baumstamm funktioniert als Sitzbank, und ein paar Rinden und Blätter ergeben mit ein bisschen Fantasie eine kleine Puppenküche - seit Anfang Mai treffen sich zwei Erzieherinnen und neun Kinder an drei Vormittagen in einem Wald bei Röthenbach-Vogelsang.

Im Moment läuft die Initiative in Form einer Großtagespflege, doch im Herbst soll daraus der erste Westallgäuer Waldkindergarten entstehen. << Es läuft super >>, erzählt Evelyn Zürn. Gemeinsam mit Marion Stadler und Daniela Flatz, die sich derzeit hauptsächlich um die Kinder kümmern, hat sie das Projekt initiiert.

Bevor jedoch der Waldkindergarten starten kann, müssen noch ein paar Hürden überwunden werden: So steht die Gründung eines Fördervereins kurz bevor, die Verhandlungen mit dem potenziellen Träger, dem Landesverband der Waldkindergärten Bayern, ist fast abgeschlossen. Außerdem muss noch eine Bedarfserhebung gemacht werden, bevor es vom Jugendamt eine Betriebserlaubnis gibt. << Wir haben alle kleine Kinder, da bleibt nicht so viel Zeit >>, fügt Zürn hinzu.

Ursprünglich war als Start für den Waldkindergarten der 1. September geplant. << Ich glaube nicht, dass wir diesen Termin halten können, aber bis dahin machen wir so weiter, das ist für die Eltern auch in Ordnung >>, sagt Zürn. Sie hofft, dass es dann Mitte Oktober losgehen kann.

Interesse ist groß

Auch ein passendes Waldstück haben die drei Frauen noch nicht gefunden. Doch für die ersten Schritte steht ihnen derzeit das Gelände in Röthenbach-Vogelsang zur Verfügung. << Im Moment ist das super, doch auf Dauer ist es zu klein >>, sagt Zürn. Das Interesse an dem Projekt ist groß. Einige Mütter und Väter wollen ab Herbst ihre Kinder in den etwas anderen Kindergarten schicken. << Wenn alle Eltern, die Interesse bekundet haben, bei der Stange bleiben, sind wir schon fast voll >>, sagt Zürn.

Mit einer Gruppe von 15 bis 18 Kinder rechnet sie.

Derzeit wird der erstandene Bauwagen saniert, der bei schlechtem Wetter und auch im Winter als Rückzugsort dienen soll. Bis dahin können die Erzieherinnen mit den Kindern in ein Tipi ausweichen. << Wenn wir dann ein passendes Grundstück gefunden haben, würden wir gerne beides aufstellen, den Bauwagen und das Zelt >>, sagt Zürn.

Schwierig ist die Suche nach einem passenden Waldstück auch aufgrund der kleingliedrigen Besitzverhältnisse. << Man muss oft mit mehreren Eigentümern sprechen >>, weiß Zürn. Doch immer wieder komme es auch vor, dass sich Waldbesitzer bei ihr melden und ihr ein Gelände anbieten. << Bisher war noch nicht das richtig dabei, aber ich hoffe immer noch, dass der Wald uns findet >>, sagt sie. Das Grundstück müsse eine bestimmte Größe haben, außerdem spielen Faktoren wie Rettungsweg und Parkplätze eine Rolle.

Waldkindergarten: Infos bei Evelyn Zürn unter (08384)1066. Beim Marktfest in Weiler wollen die drei Frauen ihr Projekt vorstellen.

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