Fernweh
Von Ruderatshofen nach Moskau - 4300 Kilometer im Sattel

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Es gab durchaus Momente auf dem 4300 Kilometer langen Weg nach Moskau, in denen Sofie und Hans Piller ans Umsteigen auf Bus oder Bahn dachten. Insbesondere auf den letzten 800 Kilometern auf der Schnellstraße St. Petersburg - Moskau.

Letztlich aber packte sie doch immer wieder der Ehrgeiz, und so traten sie die ganze Strecke von ihrer Haustür in Ruderatshofen bis nach Moskau in die Pedale.

Durch Tschechien, Polen, Litauen, Lettland, Estland und Finnland führte ihre 67-tägige Reise, bevor sie über St. Petersburg nach Russland einreisten - um dort festzustellen: Russland ist kein Land für Radler.

Nach ihren Tourenzielen Gibraltar (Spanien) vor sechs und Kairo vor drei Jahren führte die Reise auf zwei Rädern diesmal weit in den Osten. Im noch kühlen April packte das Ehepaar je 30 Kilogramm Gepäck auf die neuen Trekkingräder.

Dabei war auch ein Zelt. Doch allzu oft konnten sie es nicht benutzen. Einmal war es zu kalt und regnerisch, ein anderes Mal war weit und breit kein Campingplatz in Sicht. Also übernachteten die beiden 55-jährigen, abenteuerlustigen Ruderatshofener meist in Motels oder Jugendherbergen.

Als Radfahrer in allen Ländern einen Bonus

Als Radfahrer, so berichten sie, habe man in allen Ländern einen Bonus bei den Menschen, die man treffe. Weil Sofie Piller sich nicht nur sportlich, sondern auch mit einem Russischkurs auf die Reise vorbereitet hatte, kamen die beiden Radler auch in Russland gut durchs Land.

Beeindruckt, so sagen sie, haben sie nicht nur die Sehenswürdigkeiten etwa in Prag, in Litauen mit dem Berg der Kreuze in Silauliai oder natürlich St. Petersburg und der Kreml in Moskau. Sie genossen auch die langsame Fahrt durch wunderschöne Landschaften.

Nicht zuletzt erzählen sie von den vielen freundlichen Menschen, auf die sie gestoßen sind. << Wir haben uns nicht ein einziges Mal unsicher gefühlt >>, erzählen sie. Denn viele, denen sie von ihren Plänen berichtet haben, hätten sie gewarnt, diese Reise doch lieber nicht allein zu machen.

Die einzige Widrigkeit: ein Plattfuß - und vielleicht der fehlende für Radfahrer geeignete Weg auf den letzten 800 Kilometern. Da mussten sie mangels anderer Alternativen eine viel befahrene Schnellstraße nutzen.

Die Stellung zu Hause hielt die 27-jährige Tochter. << Sie ist immer etwas besorgt während unserer Fernreisen >>, sagen die Pillers. Dieses Mal aber weniger, << da wir per SMS, selten Mails oder auch Telefon sehr engen Kontakt hielten >>.

Die Tochter übernahm es auch, Verwandte, Freunde und Bekannte zu informieren, wie es den Globetrottern erging und wo sie sich gerade aufhielten.

Inzwischen ist das Ehepaar wieder zu Hause. Sofie geht ihrer Arbeit bei einer Bank nach, Hans Piller seiner kleinen Landwirtschaft und der Holzschnitzerei.

Im Herbst wollen sie - wie bereits nach ihrer Kairo-Tour - wieder bei einem Bildvortrag öffentlich von ihrer Reise erzählen, bei der sie immer dem Frühling folgten - zuerst in den Norden und dann in den Osten. Sicher werden im Vortrag auch lästige Mücken und leckere Piroggen, bellende Hunde und die russische Seele vorkommen.

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