Ortsnamen
Tag des Toilettenpapiers: Die AZ erinnert an einen Marketing-Gag in Pforzen, der in die Hose ging

Die Idee war wirklich gut. Ein Toilettenpapier-Hersteller wirbt für sein Produkt mit lustigen Ortsnamen, die irgendwie nach Klo klingen. Da gibt es einige in Deutschland: Oberkaka, Pissen, Afterhausen, Meinkot, Pups – und eben auch Pforzen im Ostallgäu.

In einem Spot im Jahr 2004 sollten die Ortsschilder der Reihe nach auftauchen. Das Fazit: 'Ganz Deutschland spart am richtigen Ende - mit Bess Toilettenpapier.' Der Dank: kostenloses Klopapier.

Doch in dem stillen Örtchen Pforzen lief die Aktion nicht wie geschmiert. Anlässlich des 'Tags des Klopapiers' am 26. August erinnert die AZ an die Geschichte vom feinen Näschen der Pforzener und einem Marketing-Gag, der etwas in die Hose ging.

'Wahrscheinlich war es schon recht spät am Abend, als die Marketingverantwortlichen von 'Procter&Gamble' damals beieinander saßen. Es drehte sich um die Fernseh-Werbung für ein Toilettenpapier und es wollte und wollte nicht recht vorangehen. Dann sagte einer: ’Und wenn wir einfach Ortsschilder filmen, die irgendwie so richtig komische Namen haben, mit einem Bezug zum stillen Örtchen. Das wär doch was.’ Vermutlich nickten die anderen müde und fanden die Idee 'einfach klasse' und überhaupt wollten sie endlich nach Hause.' So schreibt die Allgäuer Zeitung am 26. Februar 2004.

Vorbereitung auf Dreharbeiten

Die Bevölkerung von Pups, Müssen, Groß Klein, Thomaßgschieß und Pforzen wurde auf die Dreharbeiten vorbereitet. In einer Pressemitteilung hieß es ganz charmant: 'Wer in einem Ort mit dem Namen Pforzen wohnt, muss ein feines Gespür für Toilettenpapier haben.' Die Allgäuer Zeitung kommentierte damals: 'Das feine Näschen haben sie sich in diesem Zusammenhang zum Glück verkniffen.'

16.320 Rollen Toilettenpapier für die Pforzener

Ein weniger feines Gespür für die Pforzener hatten allerdings die Klopapier-Marketing-Experten. Denn als Revanche für die Werbe-Aufnahmen fuhr der Toilettenpapier-Hersteller mit einem 18-Meter langen 40-Tonner-Lastwagen in Pforzen vor. Bepackt war er mit 16.320 Rollen Klopapier.

Am dortigen Bauhof sollten die Rollen kostenlos an Frau und Mann gebracht werden. Pech nur für das Unternehmen: Der Platz war menschenleer. 'Er ist kein Ort, an dem sich die Pforzener an einem durchschnittlichen Wochentagnachmittag in Massen aufhalten', erklärte die Zeitung.

So fuhr der Lastwagen weiter zum Wertstoffhof. Dort traf sie immerhin auf etwa ein halbes Dutzend Menschen, die gerade alte Zeitungen, Dosen oder Flaschen zu diversen Containern trugen, und verteilte die Rollen an sie. Die Pforzener übrigens fanden die Aktion 'vollkommen okay', 'witzig' und 'doch ganz lustig' - ergab damals eine Umfrage unserer Zeitung.

Manch einer fand es allerdings schade, dass er nichts von der Gratis-Aktion wusste - 'sonst hätte ich mir da natürlich ein paar Packungen Klopapier geholt', sagte ein Pforzener. Auch der damalige Bürgermeister Maximilian Haug musste über den Spot lachen, erzählte ein Gemeindemitarbeiter.

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