Straßenbau
Straßenumgehung für Pforzen hätte Vorteile für Region

Der Bau einer Verbindung zwischen den Bundesstraßen 12 und 16 nördlich von Kaufbeuren gilt im Landkreis Ostallgäu seit vielen Jahren als wichtiges Verkehrsprojekt. Nun informierte Thomas Konter vom Planungsbüro Mooser im Kreisausschuss über die aktuellen Planungsvarianten. Denn bisher nutzen die Autofahrer die Kreisstraße OAL 8, die mitten durch Pforzen führt und den Anliegern den Lärm und die Abgase von rund 11 000 vorbeifahrenden Autos pro Tag bescheren. Für Landrat Johann Fleschhut ist der Bedarf an der Straße unbestritten. Gescheitert sei aber die Überlegung, mit hohen staatlichen Zuschüssen (80 Prozent) die Kreisstraße neu zu bauen und dann dem Bund zu übereignen.

Bei einem Gespräch in der Obersten Baubehörde Bayern sei klar geworden: Eine Verbindung zwischen zwei Bundesstraßen sei ein Projekt des Bundes, das über den Bundesverkehrswegeplan laufen müsse.

Das jedoch ist der Knackpunkt. Denn das Bauprogramm des Bundes leidet unter Geldmangel. Um überhaupt eine Chance auf Verwirklichung zu haben, muss ein Projekt im vordringlichen Bedarf stehen. Pforzen ist momentan aber als 'weiterer Bedarf' eingestuft. Daher müsse man bei der Fortschreibung (frühestens 2015) versuchen, in der Priorität voranzukommen, erklärte Fleschhut.

Am ehesten erreiche man das – auch in Absprache mit dem staatlichen Bauamt –, wenn einer möglichen Trasse der Weg geebnet sei.

Konkret bedeutet dies: Der Landkreis untersucht die Machbarkeit und kümmert sich gemeinsam mit der Gemeinde um die Verfügbarkeit der Grundstücke. Denn wenn sich alle Beteiligten einig sind, werde eine Verwirklichung wahrscheinlicher.

Fleschhut berichtete auch von der früheren Variante einer Nord-Umgehung für Pforzen. Die Südtrasse sei hingegen für Kaufbeuren günstiger. Mit der Stadt gab es Gespräche, da diese an der Josefsthalbrücke über die Bahn großen Sanierungsbedarf habe. Nun wolle Kaufbeuren aber die Josefsthaler Brücke unabhängig von der Umgehung sanieren.

Dass die Sperrung der Josefsthaler Brücke das Verkehrsaufkommen in Pforzen um zehn Prozent erhöht habe, berichtete der Planer Thomas Konter. Er stellte verschiedene Varianten einer Südumgehung Pforzens vor, die jeweils die Bahnlinie und die Wertach überqueren und über einen Kreisel an die B 16 angebunden werden.

Die stärkste Entlastungswirkung bringt eine Umgehung, die auch den Verkehr der Kreisstraße 13 (von Rieden kommend) um den Ort herumführt. Damit würde der Verkehr im Zentrum von Pforzen um 74 Prozent reduziert. Die geschätzten Kosten für diese Lösung lägen bei 8,1 Millionen Euro. Untervarianten liegen bei 7,1 oder 7,8 Millionen. Verzichte man – bei nicht idealer Verkehrsführung – auf eine neue Bahnbrücke, komme man mit 5,1 Millionen aus. Die bisherige Nordvariante wird auf 8,8 Millionen Euro geschätzt.

Konter erinnerte an die großräumige Wirkung dieses Projektes. Es entlaste nicht nur Pforzen, sondern lenke auch den B 16-Verkehr auf der B 12 um Kaufbeuren und Biessenhofen herum. Auch Ruderatshofen und Apfeltrang hätten davon einen Vorteil. Landrat Fleschhut bezeichnete die Südumfahrung als 'interessante Überlegung'. Beim Straßenbauprogramm des Bundes wisse aber niemand, wie es weitergeht.

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