Hochwasserschutz
Startschuss für Dammbau in Eggenthal

Ende des vergangenen Jahres kam der Zuwendungsbescheid, jetzt ist der Baubeginn offiziell: Mit Beteiligung der zuständigen Behörden wurde der Startschuss für die Hochwasserschutzmaßnahme am Röhrwanger Mühlbach in Eggenthal gegeben. 'Im Vorfeld gab es viel zu regeln, doch bauen und umsetzen müssen nun andere. Ich bin jetzt nur noch Bauherr', so Bürgermeister Harald Polzer.

Die Idee für das Bauwerk reicht schon bis 1999 zurück. Damals und in den folgenden Jahren waren die Anwohner des Gewässers Leidtragende bei Hochwassern des Baches. 'Der kann dann sehr scharf reagieren', erklärte Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, das die Planungen begleitete.

Bei einem sogenannten hundertjährigen Hochwasser könne der Mühlbach sogar bis zu 16 Kubikmeter Wasser mit sich führen: 5,3 Millionen Euro Schadenspotenzial wurden errechnet, wobei 127 Einwohner betroffen wären, erläuterte Schindele vor Anwohnern und Gästen im Bürgerhaus der Gemeinde, bevor der Startschuss an der Baustelle fiel.

Darunter waren auch Gudrun Hummel, Abteilungsleiterin für Bauen und Umwelt im Landratsamt Ostallgäu, die den Genehmigungsprozess leitete sowie Zweiter Bürgermeister Ludwig Lutzenberger aus Baisweil.

Die Nachbargemeinde profitiert zumindest teilweise von der Maßnahme, da sie ebenfalls am Mühlbach liegt. Ohnehin sei das Eggenthaler Projekt Teil eines Gesamtkonzeptes, das auch die Maßnahmen in Salenwang und Blöcktach einschließe, erläutert Schindele. Doch zugleich bedeute es auch einen 'starken Eingriff in die Natur', so Ingenieur Klaus Bäumler. Denn der Damm sei bis zu 7,50 Meter hoch und 240 Meter lang – rund 40 000 Kubikmeter Erde müssten dafür bewegt werden. Dazu komme noch das Rückhaltebecken. Dennoch werde das Projekt das Gesamtbild nicht allzu sehr beeinträchtigen, glaubt Bäumler.

'Das Becken und der Damm werden sich wie in Salenwang landschaftlich einfügen', meint auch Schindele.

Das war im Vorfeld eine der Sorgen der Bürger. Deshalb müssten solche Projekte auch politisch gewollt sein, erklärte die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. Denn auch der finanzielle Aspekt schreckte ab: 'Das war wohl eine sehr schwierige Entscheidung, da es um viel Geld ging', so Schorer.

Über 1,7 Millionen Euro soll das Bauwerk kosten, davon werden 75 Prozent (1,25 Millionen Euro) als Zuschuss vom Staat und der EU gewährt, berichtet Schindele. Sonst seien Projekte in dieser Größe von kleinen Kommunen nicht zu stemmen.

Die Gemeinde als Bauherr muss jetzt das Vorhaben einerseits überwachen, andererseits sich aber auch um Ausgleichsmaßnahmen kümmern: Auf rund 920 Metern soll es eine ökologische Bachgestaltung geben. Zudem muss auch innerorts an der Bachführung gearbeitet werden. Und an der bereits abgesteckten Baustelle soll schon bald die Erde abgeschoben werden – bis Ende des Jahres das Bauwerk fertig sein. 'Dann können die Bürger ruhig schlafen', so Schindele.

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