21. Schwäbisches Gardetreffen
Sprung in den Spagat in glitzernden Kleidchen

Warum sie in der Garde tanzt? «Weil es Spaß macht» lacht Jasmin (8) und die ein Jahr ältere Alina ergänzt: «Selber tanzen ist toll». Noch stehen die beiden von der Minigarde Frankenho-fen vor der Bühne und sehen den anderen Tänzern zu. Doch bald schon wird ihr Auftritt aufgerufen und dann heißt es lächeln und die Beine schwingen vor rund 900 Zuschauern beim 21. Schwäbischen Gardetreffen in der neuen Mehrzweckhalle in Pforzen.

Ein bisschen aufgeregt sind Jasmin und ihre Kolleginnen schon. Doch das legt sich schnell, als eine große Gardetänzerin sie beim Aufwärmen hinter der Bühne lobt. «Wir sind stolz, dass wir in unserer kleinen Gemeinde so eine Garde zusammenbringen», freut sich Conny Groß, eine der Betreuerinnen der Mädchen. Heuer feiern die Minis Rekord: Ganze 14 junge Damen rauschen im rot-weiß-golden glitzernden Kleidchen auf die Bühne.

Das Publikum klatscht gleich bei den ersten Takten ihrer Musik mit, denn die Stimmung ist bestens. Schon beim feierlichen Einzug der 27 Vereine mit ihren 21 Prinzenpaaren aus nah und fern hatten die Zuschauer eifrig die Schlachtrufe intoniert.

In der riesigen, erst vor wenigen Monaten fertig gestellten Halle haben erstmals auch Zuschauer Platz, die keinen direkten Bezug zur Garde haben. So wie Ingrid Blaschke, die in ihrem Heimatort Pforzen überall hingeht, «wo etwas los ist» - und zudem Wolfgang Krebs kennt.

Tafel überreicht

Der freute sich als Präsident des Mitorganisators, der Karnevalsgesellschaft Kunstreiter Kaufbeuren, über den Erfolg des Treffens, das Hofmarschall Günther Alt vor 21 Jahren ins Leben gerufen hat. Zum 145-jährigen Bestehen erhielten die Kunstreiter als Schwabens ältester Faschingsverein vom Präsidenten des Bayerisch-Schwäbischen Fasnachtsverbands, Eugen Müller, eine Ehrenschiefertafel.

Müller überreichte zudem dem Präsidenten des Mitveranstalters Fasnachtszunft Burgenstadl Pforzen, Andreas Schafnitzl, einen Orden für 30-jährige Mitgliedschaft und Günther Alt den «Schwäbischen Hanswurst».

Nach dem obligatorischen Walzer der Prinzenpaare starteten die Auftritte, die Melanie Schmid, Julia Daser und Florian Maurus moderierten. Sehen, welche Kostüme und Tänze die anderen haben und «weil es einfach toll ist, mit so vielen anderen Gardemädchen zusammen zu sein» - das hat nicht nur die 18-jährige Theresa von der Fasnachtszunft Pforzen in die Halle gelockt. Außerdem ist es «etwas ganz Besonderes», vor so großem Publikum zu tanzen.

Der Applaus und ein Blick auf die strahlenden Menschen entschädigt dann für die Mühen des teils täglichen Trainings. Mit tollen Choreografien, akrobatischen Einlagen und einer perfekten Synchronisation bestechen heute praktisch alle Show- und Gardetänzer, die den ganzen Tag über auftreten. Zu schmissigen Liedern zeigen sie in glitzernden Kostümen ihr strahlendes Lächeln. Denn das, weiß Jasmin, «ist besonders wichtig». Für sie ist der Tanz an diesem Tag einer von rund 16 Auftritten pro Saison, bei dem die Frankenhofener Minis in den Spagat springen, Räder schlagen und tolle Formationen tanzen. Nicht umsonst bekommen sie beim 21. Gardetreffen Applaus und ein großes Lob von den Betreuerinnen und Müttern: «Ihr wart spitze».

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