Prozess
Special Prozesse im Allgäu SPECIAL

Gericht
Sexueller Missbrauch von Kindern: Ostallgäuer (59) zu Bewährungsstrafe verurteilt

Symbolbild.

Ein 59-jähriger Mann aus dem Ostallgäu hat vor dem Kaufbeurer Amtsgericht den sexuellen Missbrauch an drei Kindern gestanden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren, außerdem muss er jeweils noch 1.000 Euro an die geschädigten Kinder zahlen. 3.000 Euro Schmerzensgeld hat der gebürtige Münchner bereits bezahlt.

Der Angeklagte arbeitete als Erzieher und betreute zwei der Kinder donnerstags nach der Schule. Er machte mit ihnen Hausaufgaben und übernahm an diesem Tag die Freizeitgestaltung. In Absprache mit der Mutter eines zu dem Zeitpunkt achtjährigen Mädchens wollte er eine "bioenergetische Behandlung" am Nacken des Kindes durchführen. Dafür sollte sich die Achtjährige in Unterwäsche auf dem Bauch auf ein Bett legen. Der 59-Jährige massierte das Kind zunächst am Rücken und berührte es dann im Intimbereich. Wie sich später herausstellte, war es bereits eine Woche zuvor zu einem solchen Vorfall gekommen. Das Mädchen hatte den Mann gebeten, damit aufzuhören, woraufhin er es unterließ.

In einem weiteren Fall missbrauchte er einen neunjährigen Jungen, indem er dessen Geschlechtsteil berührte und damit herumspielte. In einem Telefonat mit der Mutter fragte der Erzieher, ob er die Phimose (Vorhautverengung) ihres Sohnes behandeln solle. Die Mutter wurde daraufhin stutzig und wunderte sich, woher der 59-Jährige von dem Krankheitsbild wusste.

Die Schwester der achtjährigen Geschädigten war zu einer einmaligen Behandlung beim Angeklagten. Er sollte ihre Asthma-Beschwerden lindern. Auch in diesem Fall berührte er das Mädchen in dessen Intimbereich.

Bereits vorher negativ aufgefallen

Die Vorfälle ereigneten sich im Zeitraum September 2018 bis Februar 2019. Nachdem die Kinder ihren Eltern von den Missbräuchen erzählt hatten, schalteten diese die Polizei ein. Ermittlungen ergaben, dass der Erzieher bereits bei einem ehemaligen Arbeitgeber eine Abmahnung erhalten hatte. Auslöser dafür war eine Urlaubsreise, bei der er sich nackt vor Jugendlichen gezeigt haben soll. Dieses Verhalten hatte aber keine strafrechtlichen Folgen.

Die Eltern der missbrauchten Kinder wussten bis dato nichts von der Vorgeschichte des 59-Jährigen. Sie hatten zu ihm ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, wie im Gerichtssaal deutlich wurde. Der Staatsanwalt warf dem Mann vor, diese Vertrauensbasis ausgenutzt zu haben, um die Taten zu begehen.

"Es ist eine Katastrophe"

Dem Ostallgäuer, selbst Vater von vier Kindern, kam bei der Urteilsfindung zugute, dass er durch diese Vergehen zum ersten Mal strafrechtlich aufgefallen war. Zudem bewahrte er die Kinder durch sein Geständnis vor einer Aussage vor Gericht. Sie hatten vorab in einer Videovernehmung die Vorfälle im Haus des Mannes geschildert. Eine bereits getätigte Schadensersatzzahlung von 3.000 Euro und die "positive Sozialprognose" veranlassten den Richter dazu, eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren zu verhängen. Der 59-Jährige hat außerdem keinen Kontakt mehr zu Kindern und arbeitet nun als Stallbursche und auf dem Wochenmarkt. Im Gerichtssaal entschuldigte sich der Angeklagte bei den Eltern für seine Taten: "Mir tut es unendlich leid, es ist nicht mit Worten wiedergutzumachen. Es ist eine Katastrophe."

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