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Sektenausstieg Allgäu meldet enormen Zulauf

Die Selbsthilfegruppe 'Sektenausstieg Allgäu' gewinnt deutlich an Zulauf. Dies wurde bei einem Informationsabend mit anschließender Diskussion im Gasthaus 'Alte Heimat' in Neugablonz deutlich.

"Viel Neues hat sich getan", erklärte der Initiator der Gruppe, Robert-Michael Schlittenbauer, in seinem Rechenschaftsbericht. 90 Personen - viele davon aus dem Umland - hätten sich seit der letzten Zusammenkunft im April Hilfe suchend gemeldet und über ihre erschütternden Erlebnisse berichtet. Sieben Veranstaltungen und Vorträge habe es seitdem gegeben. Mehrfach habe er vor Schulabschlussklassen gesprochen, sagte er. Das Medieninteresse sei groß.

Zu den Aussteigern der Zeugen Jehovas seien auch Opfer der "Wankmiller-Gruppe" (Füssen) sowie Angehörige der Neuapostolischen Kirche und von Psycho- und Satanischen Gruppierungen hinzugekommen. Eltern, aber auch Schulen, Pfarrgemeinden und Jugendorganisationen hätten um Vorträge und mehr Information gebeten.

Nach Kaufbeurer Vorbild hätten sich in Südbayern vier weitere Selbsthilfegruppen gebildet. Die Aufklärungsarbeit habe ehemalige Sektenmitglieder ermutigt, über Mißbrauch und sexuelle Übergriffe bei Kindern auszupacken. "Wir dürfen nicht zulassen, das die ,Firma' die Gerichte belügt", so die ehemalige Zeugin Jehovas Emmy Kriegisch. Über das Bundesverfassungsgericht versuchten die Zeugen Jehovas die Anerkennung "als Körperschaft des öffentlichen Rechts" zu erreichen, um an die finanziellen Zuwendungen des Staates zu gelangen. Zu diesem Zweck würden bundesweit sowie auf örtlicher Ebene die Mitgliederzahlen hochgerechnet.

Die Mitgliederstärke der Kaufbeurer Versammlungen Nord und Süd würde mit 160 angegeben. Forsche man bei Gericht nach, stelle man fest, dass beiden Versammlungen insgesamt 23 Personen als eingetragene Mitglieder angehören. Die meisten "Brüder und Schwestern", die davon ausgingen, Angehörige der Zeugen Jehovas zu sein, hätten lediglich den Status von Mitläufern. "Eine Frau kann ohnehin nicht Mitglied werden. Sie hat lediglich Pflichten zu erfüllen", so Kriegisch.

Schlittenbauer zufolge strebt die Selbsthilfegruppe die Eintragung in das Vereinsregister an um sich als "Sektenausstieg Süddeutschland" zu etablieren.

Die Selbsthilfegruppe "Sektenausstieg Allgäu" ist telefonisch unter 0 83 41 - 6 53 20, im Internet unter

www.xzj-infolink.dezu erreichen.

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