Jubiläum
Seit 20 Jahren moderiert der Ostallgäuer Georg Ried beliebte Sendung am Sonntag auf Bayern 1

'Grüß Gott und herzlich willkommen, liebe Blasmusikfreunde.' Mit diesen Worten begrüßt der Blasmusik-Experte Georg Ried seit 20 Jahren jeden Sonntag um 11.05 Uhr die Hörer im Programm Bayern 1. 1989 kam der studierte Musiker als Programmgestalter zum Bayerischen Rundfunk. Ried kümmerte sich um die Musikauswahl verschiedener Hörfunksendungen.

Sein Vorschlag, die Sendung "Musikpavillon" am Sonntagmittag umzugestalten und zu moderieren, fand zunächst kein Gehör, sagt Ried. Dann durfte er eine Probesendung produzieren. Die Stimme und der Inhalt überzeugten, und so ging der "Schorsch", wie ihn seine Freunde nennen, am ersten Sonntag im Oktober 1991 erstmals als Moderator live auf Sendung - zunächst noch unter dem Titel "Musikpavillon", später wurde daraus "So schön klingt Blasmusik". 1000 Sendungen sind es inzwischen geworden, durchschnittlich hören sie rund eine Million Menschen. Klaus-Peter Mayr sprach mit Ried (51), der mit seiner Familie in Aufkirch (Ostallgäu) lebt.

Herr Ried, haben Sie nach 20 Jahren immer noch jeden Sonntagmorgen Lust, nach München ins Studio zu fahren?

Ried: Ja. Weil die Sendung immer noch Spaß macht.

Kommt nicht manchmal Langeweile auf?

Ried: Nein, es gibt ja immer wieder was Neues. Ich glaube, ich habe mit dazu beigetragen, dass Blasmusik wieder populär wurde. Eine Zeitlang hat man ihr das Aussterben prophezeit. Unglaublich, wie viele junge Orchester in den letzten Jahren entstanden sind! Auch die Musik von Ernst Mosch hat eine Renaissance erlebt.

Hat nicht manchmal die Familie gemeckert, wenn Sie den Sonntag in München anstatt zu Hause verbringen?

Ried: Nein noch nie. Solche Termine waren und sind eine Selbstverständlichkeit in unserem Beruf. Manchmal ist es aber hart, um neun Uhr morgens nach München zu fahren, wenn ich am Abend vorher irgendwo aufgetreten und erst um 2 oder 3 Uhr nachts heimgekommen bin.

Sind Sie mal zu spät gekommen?

Ried: Nein – aber einmal gar nicht. Das ist eine lustige Geschichte. Vor fünf Jahren hat der BR erstmals eine Blasmusik-Sondersendung am Dreikönigstag ins Programm genommen. Man hat aber vergessen, mich zu informieren. Ich war in der Kirche. Als ich mit dem Auto nach Hause fuhr und Bayern 1 einschaltete, war ich überrascht: Da kam Blasmusik. Und dann meine Stimme. Ich hab sofort in München angerufen, was da los ist. Weil ich nicht gekommen war, haben sie eine Ersatzsendung abgespielt.

Es gibt also Ersatz für Notfälle?

Ried: Ja, ich könnte ja mal eine Panne oder einen Unfall haben. Die Sendung ist neutral gehalten und wird alle zwei Jahre neu produziert.

Sie haben sicher viele Reaktionen von Hörern erhalten.

Ried: Meistens wollen die Leute zusätzliche Informationen zu den gespielten Titeln. Früher war ich manchmal einen halben Tag lang beschäftigt, die Hörerzuschriften zu bearbeiten. Heute kann man vieles bei uns auf der Homepage nachlesen.

Wie beurteilen die Hörer Ihre Sendung?

Ried: Zu 99 Prozent positiv.

Und das eine negative Prozent?

Ried: Dem einen ist zu wenig Böhmisches dabei, dem anderen zu wenig Bayerisches. Der eine will mehr alte Märsche, der andere neue. Das zeigt für mich: Die Mischung stimmt. Sie ist das Erfolgsgeheimnis. Mein Motto lautet: Das Alte bewahren, das Neue erfahren.

Welches war für Sie das schönste Erlebnis mit Hörern?

Ried: Es ist immer wieder schön, wenn Menschen auf mich zukommen und sagen, dass ich ihnen mit meiner Sendung eine Freude mache. Viele hören sie jeden Sonntag. Ein Stammhörer ist übrigens auch Max Greger. Der hat mal angerufen und lange mit mir gefachsimpelt.

Die Jubiläums-Sendung auf Bayern 1 läuft am Sonntag, 9. Oktober, von 11 bis 12 Uhr. Ausnahmsweise moderiert aber nicht Ried, sondern Volksmusikchef Stefan Frühbeis. Ried ist bei ihm zu Gast und Frühbeis wird dabei Ried interviewen. An diesem Sonntag, 2. Oktober, ist Georg Ried zudem im Bayerischen Fernsehen zu sehen: Von 11 bis 12 Uhr moderiert er live vom Münchner Oktoberfest die Sendung 'Brezn, Bier und Blasmusik'.

Blasmusik-Experte: Georg Ried. Foto: Mathias Wild

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