Veranstaltung
Schwabentag kommt nach Neugablonz

Dass Neugablonz zum Schauplatz des fünften Schwabentages auserkoren wurde, lag thematisch nahe. Denn das Motto des Tages lautet 'Zusammenwachsen, Zusammenleben – Vertreibung, Migration und Integration'. Und als größte zusammenhängende Vertriebenensiedlung Deutschlands bot sich Kaufbeurens Stadtteil somit an, wie Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert ausführte. Vorgesehen ist am Sonntag, 17. Juni, jedenfalls ein umfangreiches Programm (siehe Infokasten), was sich auch bei der Auftakt-Pressekonferenz im Haus der Gablonzer Industrie zeigte, bei der über ein Dutzend Akteure des Veranstaltungstages ihre Pläne vorstellten.

Zwei Säulen

Veranstalter des Schwabentages ist zwar offiziell die Stadt, die laut Oberbürgermeister Stefan Bosse auch rund 15 000 Euro dafür locker macht (dazu kommen 30 000 Euro aus Bezirksmitteln), aber eigentlich fuße die Veranstaltung auf zwei Säulen, so Günther Pietsch von der städtischen Kulturförderung: dem Neugablonzer Bürgerfest und dem Erlebnistag der Gablonzer Industrie.

Das Bürgerfest gibt es nun seit zehn Jahren, so Organisatorin Sylwia Pohl und bleibt seinem Konzept als Fest der Vereine für die ganze Familie treu. Es zog stets Besucher im vierstelligen Bereich an und ist schon von daher ein Garant dafür, dass der Schwabentag Resonanz erhält.

Thomas Nölle, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Gablonzer Industrie, führte aus, dass der erste Erlebnistag vor zwei Jahren bereits 'zu 100 Prozent ausgelastet' gewesen sei. Insofern biete sich eine Wiederauflage auch in diesem Kontext gut an. Etwa zehn Betriebe werden an dem besagten Tag ihre Pforten öffnen, ebenso das Haus der Gablonzer Industrie.

Gertrud Hoffmann als Vertreterin des Isergebirgsmuseums verwies auf das dann stattfindende Sonderprogramm zum Thema Vertreibung – inklusive eines Viehwaggons, mit dem anschaulich demonstriert werden soll, wie Menschen aus dem Sudetenland deportiert wurden.

Günther Seydel, Vorsitzender der Musikvereinigung Neugablonz, hob noch hervor, dass seine Kapelle und das tschechische Pendant aus Gablonz an der Neiße ihre nunmehr 175-jährige, letztlich gemeinsame Musikgeschichte feiern wollen.

Rainer Hesse vom Verein Kaufbeuren Tourismus- und Stadtmarketing rechnet insgesamt mit mehreren tausend Besuchern, die schlussendlich auch davon profitieren können, dass am Schwabentag ein verkaufsoffener Sonntag in Neugablonz stattfindet.

Die Tatsache, dass der Kaufbeurer Schwabentag nur in Neugablonz stattfindet, begründete OB Bosse mit einem rein praktischen Grund: 'Wir brauchten eine zusammenhängende Fläche, die fußläufig ist und Parkplätze aufweist. Die ist in Neugablonz gegeben.

' Hätte man die Kernstadt Kaufbeuren mit einbeziehen wollen, wäre ein Pendelverkehr unvermeidbar. 'Das Ganze würde dann zerrissen. So etwas schlägt in aller Regel fehl', ergänzte der städtische Kulturreferatsleiter Siegfried Knaak.

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