Bauen
Schimmelige Substanz beim Gablonzer Siedlungswerk

Seit über 15 Jahren wohnt ein älteres Ehepaar in der Reichenbergerstraße in Neugablonz. Zwar sei die Heizung alt und immer wieder Schimmel in der Wohnung zu finden. Dennoch blieb das Paar dort wohnen und entfernte den Schimmel. Doch vergangenen Winter sind die Zustände 'unhaltbar' geworden und der Ehemann sei wegen des Schimmels erkrankt. Auf Reklamationen habe das Gablonzer Siedlungswerk (GSW) als Besitzer der Wohnanlage nicht reagiert, erst nach einer Mietkürzung sei renoviert worden, erklärt die Nichte. Doch nun sei ihren Großeltern auch noch gekündigt worden: 'Das war ein großer Schock für meine Großeltern', so die Nichte.

Aus Nachkriegszeit

GSW-Geschäftsführer Gerhard Stolzenberger sieht die Sache etwas anders. Es gebe vor allem einen gravierenden Grund sowohl für die zögerliche Renovierung als auch für die Kündigung: 'Die gesamte Wohnanlage ist zum Abbruch vorgesehen'.

Es handle sich nämlich um mehrere Wohnblöcke aus der Nachkriegszeit. 'Die Bausubstanz befindet sich in einem sehr schlechten Zustand', berichtet Stolzenberger. Deshalb vermiete die GSW auch leere Wohnungen nicht mehr weiter.

Derzeit wohnten in dem Haus, in dem das ältere Ehepaar lebe, nur noch drei Mietparteien. Die übrigen sechs Wohnungen – darunter auch diejenigen über, unter und neben der Wohnung des Ehepaares – stünden frei. 'Eine ausreichende Beheizung dieser Wohnung ist nur noch schlecht oder gar nicht mehr möglich', erklärt der Geschäftsführer.

Deshalb habe die GSW auf die Reklamation des Paares zunächst nicht mit einer Renovierung, sondern mit insgesamt vier Angeboten für andere Wohnungen reagiert. Die jedoch seien von dem Ehepaar abgelehnt worden.

Inzwischen sei zwar der Schimmel beseitigt worden, doch Stolzenberger meint angesichts der Bausubstanz: 'Eine dauerhafte Lösung ist nicht möglich. Mit einer erneuten Schimmelbildung in den Wintermonaten ist zu rechnen.'

Insofern sei es 'dringend erforderlich, dass Bewohner in diesem Alter unbedingt in einer ordnungsgemäßen Wohnung untergebracht werden. Mit unserer Meinung haben wir bei den Angehörigen aber kein Verständnis gefunden', so Stolzenberger. Dennoch führe kein Weg am Auszug vorbei: 2014 will die GSW die Wohnanlage abreißen lassen.

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