Chronik
Rudolf Stiening schreibt über Leinau und leitet den Forscherstammtisch Ostallgäu

Vor 16 Jahren initiierte Rudolf Stiening den Forscherstammtisch Ostallgäu. Die Mitglieder beschäftigen sich mit Familien- und Heimatforschung, aber auch mit Ortsgeschichte. Die Teilnehmer Georg Fleschhut oder Klara Leuterer etwa schrieben inzwischen die Ortschroniken von Westendorf und Lauchdorf. Dem will Stiening nicht nachstehen: Noch heuer soll die Chronik von Leinau erscheinen.

Schon als Kind begann Stiening, sich für Geschichte und seinen Familiennamen zu interessieren. Eine Spur führte ihn in das englische Königshaus. Denn in der niedersächsischen Heimat hatte seine Familie eine Tuchfabrik und entwickelte das sogenannte Bramsche-Rot.

Das wurde als so exklusiv angesehen, dass das Unternehmen zum Hoflieferanten für die roten Jackets der Palastwachen wurde. Später zog Stiening nach Pforzen, arbeitete bis zu seinem Ruhestand als Computerexperte und ist nun zweifacher Vater mit sieben Enkelkindern.

In Pforzen gründete der 64-Jährige nicht nur den Forscherstammtisch, sondern transkribierte auch sieben Jahre lang die altdeutsche Schrift aus den Kirchenbüchern ab 1616.

Aufgrund seines historischen Interesses sollte er deshalb 2010 etwas zur 900-Jahrfeier Leinaus schreiben. 'Aber ich fand keine Urkunde darüber.' Weshalb auch keine Feier stattfand. Doch an der Geschichte Leinaus arbeitet er seitdem, wobei ihm der Forscherstammtisch wertvolle Tipps geben kann.

In der Chronik Pforzens sei hingegen nur wenig über die Geschichte von Leinau zu finden. Angaben dazu sammelte Stiening bei rund 60 Visiten in Staats-, Gemeinde- oder Zeitungsarchiven zusammen. Zudem wertete er die Kirchenbücher aus und tingelte in dem Ortsteil von Haustür zu Haustür.

Dabei war ihm auch der alteingesessene Josef Zedelmayr eine große Hilfe, der ihn in viele Besonderheiten des Dorfes einführte. Außerdem suchte Stiening ehemalige Bewohner Leinaus auf, um mit ihnen zu sprechen.

Das Ergebnis sei einerseits eine Häusergeschichte Leinaus, aber auch jene von den Bewohnern des Ortes. Viele Angaben könne er inzwischen mit alten und neuen Bildern dokumentieren, die ihm Bewohner überließen.

Aber zwischendurch machte ihm sein historisches Interesse auch einen Strich durch die Rechnung: Stiening beschäftigte sich zudem nebenbei mit der Gemeinde Irsee im 30-jährigen Krieg, der Lehensherrschaft im Mittelalter oder mit der Chronik des gemeindlichen Musikvereins.

Dennoch ist er guter Dinge, die Leinauer Chronik noch heuer herausgeben zu können: 'Ich hoffe, sie wird bis zum Jahresende fertig', so Stiening. Rund 200 Seiten soll das reich bebilderte Werk haben – eine weitere Chronik aus dem Dunstkreis des Stammtisches.

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